EnBW-Chef Goll: Äußerungen von VDEW-Hauptgeschäftsführer Meller "abenteuerlich"

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com
Mit dem Wort "abenteuerlich" kommentiert der Vorstandsvorsitzende der EnBW Energie Baden-Württemberg AG, Gerhard Goll, die jüngste Äußerung des VDEW-Hauptgeschäftsführers, Dr. Eberhard Meller. In einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur ddp hatte Meller gestern gesagt, dass die Einführung einer Regulierungsbehörde auf dem Strommarkt angesichts der kalifornischen Erfahrungen eine kurzsichtige Maßnahme sei. Für Goll hat Meller damit indirekt gesagt, mit der Einführung eines Regulators drohten Deutschland "kalifornische Verhältnisse".


Golls spöttische Antwort: "Ich weiß nicht, welche Schnake Herrn Meller gestochen hat." Er stimmt mit Bundeswirtschaftsminister Werner Müller (parteilos) überein: "Tatsächlich führt die derzeitige Situation in Deutschland zurück zu Netz- und damit zu Gebietsmonopolen, was sich unschwer nachweisen lässt. Deshalb hat der Bundeswirtschaftsminister Recht, wenn er auf einer Verbesserung der Durchleitungssituation beharrt. Ihn und andere Politiker und Verbände in diesem Zusammenhang mit kalifornischen Erfahrungen in Verbindung zu bringen, ist ein starkes Stück", macht Goll deutlich.


Die EnBW unterstütze nachdrücklich die Bemühungen der Kartellbehörden und des Bundeswirtschaftsministers, die Liberalisierung nicht durch überhöhte Durchleitungsentgelte und andere Durchleitungshindernisse ad absurdum zu führen, sicherte Goll zu. "Auch wir sind davon überzeugt, dass als ultima ratio nur der Regulierer hilft, wenn die Beteiligten nicht von sich aus zur Vernunft kommen. Schließlich haben wir - trotz Regulierer - weder in Norwegen noch in England kalifornische Verhältnisse, wohl aber einen funktionierenden liberalisierten Strommarkt."

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