Systemfehler

Emissionshandel: VIK sieht Milliarden-Geschenk an Stromunternehmen

Am Ende der ersten Emissionshandelsperiode 2007 wird der Staat voraussichtlich mehr als zehn Milliarden Euro aus den Taschen aller Stromkunden gezogen und den Stromunternehmen geschenkt haben. So lautet jedenfalls die Einschätzung des Verbands der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK).

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Essen (red) - Derzeit stehe der Kohlendioxid-Zertifikatepreis bei knapp unter 20 Euro pro Tonne und damit wesentlich höher als erwartet. Bedingt durch einen "vielleicht unbeabsichtigten Systemfehler" des EU-Emissionshandels führt dies laut VIK zu erheblichen Kosten für die Verbraucher.

Für den Verband ist es daher völlig inakzeptabel, dass Stromunternehmen trotz kostenlos zugeteilter Emissionszertifikate deren hohen Börsenpreis als Windfall-Profits in den Strompreis einkalkulieren könnten. Nur solche Zertifikate dürften bei der Strompreiskalkulation eine Rolle spielen, die auch für die Produktion zugekauft werden müssten, erläuterte Dr. Alfred Richmann, Geschäftsführer des VIK.

Der Verband rät deshalb allen industriellen und gewerblichen Stromkunden, bei Strompreisverhandlungen auf einem Nachweis der enthaltenden Kohlendioxidkosten zu bestehen.

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