Recycelt

Elektroschrott-Abgabe: Händler werden bei Verweigerung bestraft

Alte Elektrogeräte kann man bei vielen Händlern auch gratis abgeben. Bisher hakte es aber bei der Rücknahme. Ab sofort müssen sich Händler, die ihrer Rücknahmepflicht nicht nachkommen, auf Bußgelder einstellen.

SchrottAlte Elektrogeräte können oft noch weitergenutzt, verkauft oder an andere weitergegeben werden.© OwenPrice / iStockphoto.com

Berlin - Ab dem 1. Juni 2017 muss der Handel bei einem Verstoß gegen seine Rücknahmepflichten für Elektro- und Elektronikaltgeräte mit einem Bußgeld von bis zu 100.000 Euro rechnen. Das Elektro- und Elektronikgerätegesetzes wurde dementsprechend angepasst.

Der Bußgeldtatbestand soll es den zuständigen Länderbehörden ermöglichen, zukünftig effektiver gegen Händler vorzugehen, die Verbrauchern und Verbraucherinnen die Rücknahme ausgedienter Elektrogeräte erschweren oder verweigern – sowohl im Einzelhandel vor Ort als auch im Onlinehandel.

Welche Händler müssen Elektrogeräte zurücknehmen?

Das Elektro- und Elektronikgerätegesetz war am 24. Oktober 2015 in Kraft getreten. Die Rücknahmepflicht gilt für Händler mit einer Verkaufs- bzw. Versand- und Lagerfläche für Elektro- und Elektronikgeräte von mindestens 400 qm. Sofern der Kunde ein Neugerät erwirbt, kann er ein gleichartiges Altgerät kostenlos zurückgeben. Kleine Elektro-und Elektronikaltgeräte (keine Kantenlänge größer als 25 cm) können ohne Neukauf eines entsprechenden Gerätes zurückgegeben werden.

Hendricks: Alte Elektrogeräte sind kleine Rohstofflager

Wer Elektronik nicht einfach in den Mülleimer wirft, sondern bei Händlern oder kommunalen Sammelstellen abgibt, hat schon einmal viel richtig gemacht. Denn diese Geräte werden recycelt. "Jedes Elektrogerät ist ein kleines Rohstofflager. Wenn wir die Metalle daraus wiedergewinnen können, spart uns das Geld und wir schonen unsere Ressourcen", sagt Bundesumweltministerin Barbara Hendricks.

Gerät funktioniert noch: Weiternutzen, Umnutzen, Weitergeben

Viele Geräte lassen sich aber vielleicht auch noch weiter nutzen. Welche Alternativen zur Wegwerfkultur gibt es?

Reparieren: Ob Blu-ray-Player, Toaster oder Handy: Geht ein Gerät nach Gewährleistungs- und Garantiezeit kaputt und erscheinen die Reparaturkosten beim Hersteller oder in der Fachwerkstatt zu hoch, ist die Selbsthilfe immer einen Versuch wert. Etwa unter Repaircafe.org finden sich sogenannte Repair-Cafés, in denen versierte Laien oder Profis Verbrauchern zur Seite stehen. Es gibt viele andere, vergleichbare Reparatur-Initiativen, die etwa auf Anstiftung.de aufgelistet werden.

Weiternutzen: Der Provider bietet ein neues Smartphone zum Vertrag an, und im Elektronikmarkt lockt der riesige Flachbildfernseher zum Niedrigpreis: Trotzdem sollten Verbraucher immer überlegen, ob sie ein neues Gerät wirklich brauchen oder ob das alte nicht eigentlich doch noch den Anforderungen genügt. Beim Handyvertrag kann sich Zurückhaltung vielleicht sogar auszahlen, wirbt das Umweltbundesamt (UBA): "Viele Anbieter gewähren einen niedrigeren Monatspreis, wenn Sie Ihr eigenes Gerät weiternutzen." Oder man steigt auf einen Prepaid-Vertrag um.

Umnutzen: Auch wenn man feststellt, dass Handy, Computer oder Notebook vielleicht nicht mehr die persönlichen Anforderungen an die ursprüngliche Nutzung erfüllen, ist kreatives Um- und Weiternutzen immer noch eine Möglichkeit. Ein alter Rechner - egal ob PC oder Notebook - kann oft zum Zweitgerät, Netzwerkspeicher oder Medienserver werden, und das Smartphone zum Medienclient, der die Anlage mit Musik aus Netzwerk und Internet füttert. Und ein alter Router lässt sich etwa zum WLAN-Repeater umfunktionieren.

Weitergeben: "Prüfen Sie, ob Ihr ausgemustertes Gerät nicht für eine Zweitnutzung infrage kommt", rät das UBA. Das kann zum einen die Weitergabe an Menschen sein, die das jeweilige Gerät noch gebrauchen können: Tablets sind etwa für ältere Menschen, die gerade mit Computer und Internet starten, eine gute Alternative zu klassischen Rechnern, können aber mit altersgerechten Apps bestückt auch für Kinder interessant sein. Alternativ sollte man auch den Verkauf per Kleinanzeige oder Online-Auktion in Erwägung ziehen.

Gebraucht kaufen: Auch durch einen Gebrauchtkauf können Verbraucher viel für die Umwelt tun. "Wenn es nicht das neuste Gerät sein muss, können Sie mit einem gebrauchten Smartphone viel Geld sparen", gibt das UBA zu bedenken. Das gilt natürlich ebenso für andere Geräte von der Digitalkamera über den Fernseher bis hin zum Rechner.

Quelle: DPA

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