Forderungen

Elektroautos: Die Industrie hält die Hand auf

Auch nach dem von Bundeskanzlerin Angela Merkel unterstützten Gipfel zur Elektromobilität bleiben in der Industrie Zweifel an der Technologie. VW-Chef Piëch setzt weiter auf den Verbrennungsmotor. Unterdessen fordert ein Batterie-Hersteller vom Staat Subventionen für eine schnellere Entwicklung von Elektroautos.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

München (afp/red) - VW-Aufsichtsratchef Ferdinand Piëch setzt nach einem am Sonntag vorab veröffentlichten Bericht des Magazins "Focus" weiter auf den traditionellen Verbrennungsmotor. "Das Ein- bis Zwei-Liter Auto wird kommen, und es wird ökonomischer sein als das Elektroauto", sagte er dem Magazin zufolge bei einem Vortrag an der Technischen Universität Wien.

Der Chef des Energiekonzerns Evonik, Klaus Engel, forderte indes öffentliche Hilfen für die weitere Entwicklung von Elektroantrieben. Entscheidungen hierüber müssten "so schnell wie möglich" getroffen werden, forderte Engel im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" vom Wochenende.

"Wenn wir international vorne mitspielen wollen, brauchen wir gezielte Unterstützung für die weitere Forschung und Entwicklung." Evonik will die Produktion von auch in Elektroautos eingesetzten Batteriezellen von derzeit 300.000 auf drei Millionen Stück bis zum Jahr 2013 hochfahren. Der Konzern arbeitet bei der Entwicklung der Technologie mit dem Autobauer Daimler zusammen.

Bundesregierung und Industrie hatten in der vergangenen Woche auf einem Gipfeltreffen in Berlin erklärt, Deutschland zum Marktführer in Sachen Elektromobilität zu machen. Auch für den Klimaschutz sollen bis 2020 mindestens eine Million Elektroautos auf die deutschen Straßen gebracht werden. Zur Zeit fahren in Deutschland erst knapp 1600 Elektroautos.

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