Verglasung

Einlagerung von Karlsruher Atommüll in Lubmin genehmigt

In das atomare Zwischenlager Nord in Lubmin darf Atommüll aus der Wiederaufarbeitungsanlage Karlsruhe eingelagert werden. Damit wurde zugleich die Genehmigung für die Verglasung der radioaktiven Flüssigkeiten erteilt. Danach soll die Anlage komplett zurückgebaut werden.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Salzgitter/Lubmin (ddp/sm) - Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) in Salzgitter erteilte am Dienstag der Zwischenlager Nord GmbH (ZLN GmbH) und der Energiewerke Nord GmbH die Genehmigung, fünf Castor-Behälter aufzunehmen. Der Transport der darin befindlichen Glaskokillen mit einer maximalen Masse von einer Tonne Kernbrennstoffe soll 2010 stattfinden.

Das radioaktive Material stammt aus der Wiederaufarbeitung von bestrahltem Brennstoff aus Schiffs-, Forschungs- und Leistungsreaktoren aus dem Zeitraum 1971 bis 1990. 1991 waren die Stilllegung und der vollständige Rückbau der Wiederaufarbeitungsanlage Karlsruhe beschlossen worden. Voraussetzung dafür ist der Abtransport der sogenannten Kokillen aus der Verglasungseinrichtung Karlsruhe (VEK). In diesen Behältern ist der radioaktive Müll in Glas eingeschmolzen.

Wie die baden-württembergische Umweltministerin Tanja Gönner (CDU) am Dienstag in Stuttgart mitteilte, sei mit der Genehmigung zugleich auch endgültig grünes Licht für den Betrieb der VEK gegeben worden. Den Angaben zufolge ist mit der Genehmigung die letzte Hürde auf dem Weg zum vollständigen Rückbau der Wiederaufarbeitungsanlage beseitigt worden.

Die hoch radioaktiven Flüssigkeiten stammen aus der Betriebszeit der WAK und lagern dort seither in großen Behältern. Sie sollen nun in Glas eingeschmolzen werden, um sie sicher und endlagerfähig zu machen. Die sogenannten Glaskokillen werden dann nach Greifswald transportiert und dort zwischengelagert.

Die Betreiber rechnen damit, dass die Verglasung bis Ende 2010 andauert. Anschließend soll die Verglasungseinrichtung dann ihren Betrieb wieder einstellen und zusammen mit der WAK "bis zur grünen Wiese" zurückgebaut werden.

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