Fremdlaufzeiten

Einigung zur Übertragung von Stade-Strommengen

Der Energiekonzern E.ON ist sich mit RWE grundsätzlich einig, Reststrommengen des eigenen stillgelegten Kernkraftwerks Stade auf das AKW Biblis A von RWE zu übertragen. So soll dem von der Schließung bedrohten Meiler auf höchst umstrittene Weise der Weiterbetrieb gesichert werden.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Essen (ddp/red) - Ein Vertrag darüber sei jedoch noch nicht unterzeichnet worden, sagte Johannes Teyssen, der neue Vorstandsvorsitzende der Düsseldorfer E.ON, am Donnerstag auf der Hauptversammlung.

Die ungenutzten Rechte von Stade sollen dem von der Schließung bedrohten Meiler des Essener Stromkonzerns RWE in Biblis den Weiterbetrieb sichern. Ohne die Übertragung dieser "Fremdlaufzeiten" hätte Biblis A in den nächsten Monaten vom Netz gehen müssen, weil die beim Atomausstieg zugestandenen Strommengen dann aufgebraucht sind. Ein genereller Beschluss der Bundesregierung über die Verlängerung der Laufzeiten für Atomkraftwerke wird erst für Herbst erwartet.

Das vom schwedischen Energiekonzern Vattenfall betriebene Atomkraftwerk Krümmel, an dem E.ON 50 Prozent hält, bleibt indes länger vom Netz getrennt. Er gehe nicht davon aus, dass Krümmel vor dem 1. Januar 2011 wieder angefahren werde, sagte Teyssen. Vor gut drei Wochen hatte eine Vattenfall-Sprecherin gesagt, im letzten Quartal produktionsbereit zu sein.

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