Ein weiterer Stromanbieter gibt auf: Aus für EuroPower Energy

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com
Der liberalisierte Strommarkt ist zukünftig um einen neuen Akteur ärmer: Die EuroPower Energy GmbH aus Frankfurt am Main, Stromanbieter für gewerbliche und industrielle Kunden, streicht die Segel. Die GmbH, ein Tochterunternehmen der Metro AG und der Bayernwerk AG, wird liquidiert, das bestätigte eine Mitarbeiterin des Unternehmens dem strom magazin auf Anfrage.


Für ein Gespräch waren weder die Geschäftsführer Lothar Lösch und Stefan Herzberg noch die Pressesprecherin des Unternehmens in dieser Woche zu erreichen. Auf Anfrage des strom magazins bestätigte aber auch Robert H. Kyrion, Vorsitzender des Verbands der Freien Energiedienstleister (FEDV), an dessen Gründung EuroPower Energy maßgeblich beteiligt war, dass das Frankfurter Unternehmen seine Verbandsmitgliedschaft gekündigt hat. So bleiben derzeit einige Details ungeklärt, denn das Unternehmen war Mitte vergangenen Jahres eigentlich mit besten Erfolgsaussichten gestartet. Als Tochter der vertriebsstarken Metro AG und der energieerfahrenen Bayernwerk AG hätte EuroPower Energy - diese Vermutung liegt nahe - weder auf dem Vertriebsweg noch auf dem Durchleitungsweg Probleme haben dürfen. Diese Pläne scheinen sich jedoch nicht erfüllt zu haben. Das Engagement des Unternehmens im FEDV und für einen fairen Zugang zu den Stromnetzen in Deutschland lassen darauf schließen, dass es auch EuroPower Energy schwer auf dem ehemals monopolisierten Strommarkt hatte. Scheinbar haben sowohl Metro als auch Bayernwerk aufgrund dieser Tatsache den Geldhahn zugedreht.


In der Ausgabe 06/99 des gedruckten strom magazins vom Oktober 1999 gab sich Geschäftsführer Lothar Lösch noch optimistisch: "Wir werden im Jahr 2000 mehr als zwei Milliarden Kilowattstunden Strom verkaufen", sagte er in einem Interview mit dem strom magazin. Wie viele es tatsächlich waren, was mit den Kunden und den Mitarbeitern passiert und warum der Vertrieb über die dafür bestens geeignete Metro-Kette offensichtlich nicht funktioniert hat, ist bisher nicht bekannt. Ein Schaden wie bei der Zeus- oder der Vossnet-Pleite wird nicht entstehen, da EuroPower Energy ausschließlich Gewerbebetriebe unter Vertrag hatte und "Mutter" Bayernwerk diese vermutlich auffangen wird.

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