Bilanz

EEX steigert Umsätze im ersten Halbjahr 2008 (Upd.)

Die European Energy Exchange AG (EEX) hat im ersten Halbjahr 2008 ihre Umsätze deutlich gesteigert. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum legte nach Angaben von EEX-Vorstandschef Hans-Bernd Menzel am Donnerstag mit der Zahl der Teilnehmer auch das Volumen im Handel mit Strom, Gas und im Terminhandel mit CO2-Zertifikaten zu.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Leipzig (ddp-lsc/sm) - Die Umsatzerlöse seien um zwölf Prozent auf 22,47 Millionen Euro gestiegen, sagte Finanzvorstand Iris Weidinger. Demnach legte der Spotmarkt für kurzfristig benötigten Strom von 59,8 Terawattstunden (TWh) auf 77,5 TWh zu. Am Terminmarkt wurden den Angaben zufolge 615 TWh Strom gehandelt, gegenüber 608 TWh im Vorjahreszeitraum.

Das operative Ergebnis (EBITDA) lag mit 9,6 Millionen Euro leicht über dem Vorjahresniveau von 9,1 Millionen Euro. Jedoch sei das Ergebnis vor Steuern (EBT) wegen Änderungen im EU-Umsatzsteuerrecht von 7,7 Millionen auf 7,3 Millionen Euro gesunken, was Weidinger mit hohen Kosten für die Finanzierung von Vorsteuerzahlungen begründete, die aus Strom-Exportgeschäften resultierten.

Auch Handel mit CO2-Rechten legte zu

Positiv äußerten sich die EEX-Vertreter zum Terminhandel mit CO2-Verschmutzungsrechten. Danach wurden zuletzt 27 Millionen Tonnen gehandelt, fast fünfmal mehr als zuvor. Auch lässt sie der Anstieg der Teilnehmer an Schulungen für das Handelssystem der EEX «positiv in die Zukunft blicken». Im Gasbereich seien die Schulungen bis Jahresende ausgebucht, sagte Menzel. Hier habe das Handelsvolumen in der ersten Jahreshälfte bei 6.477.301 Megawattstunden (MWh) gelegen.

Davon entfielen auf den Erdgas-Terminmarkt 6.087.611 MWh, vier Mal so viel wie der jährliche Verbrauch der Stadt Leipzig. Die Zahl der Teilnehmer stieg auf 53, nach 26 zum Handelsstart im Juli 2007.

Zufrieden war Menzel auch mit einem Maßnahmenpaket zur Belebung des Börsenhandels mit Strom, der 2007 gegenüber dem als undurchsichtig kritisierten außerbörslichen Handel stark zurückgegangen war. Nun aber mache der Terminmarkt für an der Börse gehandelten Strom wieder 26 Prozent aus, nach 16 Prozent zuvor. Ziel sei ein Drittel, sagte Menzel: "Eine Börse braucht ein anständiges Handelsvolumen, um verlässliche Preissignale zu geben." Das Paket beinhalte technische Lösungen und eine neue Struktur der Transaktionsentgelte, die rund 90 Prozent der EEX-Umsatzerlöse ausmachen.

Die Debatte um mangelnde Transparenz im Stromgroßhandel hielt Menzel für abgeklungen. Allerdings hatte das Bundeskabinett erst am Mittwoch eine Änderung des Börsengesetzes gebilligt, um durch mehr Befugnisse der Handelsüberwachung auch mögliche Manipulationen durch Geschäfte abseits der Börse aufzudecken, die ebenfalls über die EEX-Systeme abgewickelt werden. Menzel betonte, die EEX sei an «vernünftiger Transparenz» interessiert. Den aktuellen Entwurf habe man aber noch nicht bewertet.

Fusion mit Powernext läuft

Derweil laufe die Fusion mit der französischen Energiebörse Powernext planmäßig, sagte Menzel weiter. Bis Ende September 2008 solle eine gemeinsame Gesellschaft für den Strom-Spotmarkt mit Sitz in Paris starten. Im April 2009 folge dann die Vereinigung des Terminhandels in Leipzig.

Die EEX ist eine elektronische Börse, nach eigenen Angaben die größte im Energiehandel in Kontinentaleuropa. Die Zahl ihrer Handelsteilnehmer stieg laut EEX von 172 im Jahr 2007 auf jetzt 208 aus 20 Ländern. An der EEX werden Strom, Erdgas, CO2-Zertifikate und Kraftwerks-Kohle gehandelt. Am Terminmarkt können Geschäfte bis zu sechs Jahre im Voraus abgeschlossen werden.

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