Lieferantenwechsel

EDNA ergänzt Best-Practice-Ansatz der Verbände

Angesichts der Sensibilität der Kundendaten fordert die EDNA-Initiative in Bezug auf die Schaffung eines gemeinsamen EDV-Standards Regeln für einen "sicheren" Datenaustausch. Dabei haben sich die EDNA-Mitgliedsunternehmen bei der Ausgestaltung ihrer IT-Systeme schon seit längerem auf bestehende und kommende Anforderung eingestellt.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Die jetzt von dem Bundeswirtschaftsministerium und den Verbänden vorgelegte "Best-Practice-Empfehlung" für den Datenaustausch beim Lieferantenwechsel wird auch von der EDNA-Initiative unterstützt. Nach dieser Empfehlung sollen die Marktteilnehmer auf dem Energiemarkt Daten für den Lieferantenwechsel auf Basis des EDIFACT-Formats UTILMD und damit elektronisch untereinander austauschen.

Der zeit- und aufwandsparende elektronische Datenaustausch soll in einer derzeit nicht definierten Übergangszeit ersatzweise über ein entsprechend aufgebautes und Excel-kompatibles CSV-Format erfolgen können. Angesichts der Sensibilität der Kundendaten fordert die EDNA-Initiative aber auch Regeln für einen "sicheren" Datenaustausch festzuschreiben – insbesondere, wenn es um den Austausch mit der Excel-kompatiblen CSV-Variante geht. Die Mitglieder der EDNA-Initiative streben deshalb nun an, dass ihre IT-Systeme die Geschäftsdaten der Lieferanten und besonders auch die Personendaten verschlüsselt austauschen. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) empfiehlt als Lösung für einen sicheren Mailverkehr S/MIME. Unter anderem in Österreich ist dieser inzwischen weltweit verbreitete Standard im Energiemarkt für den Datenaustausch mittels Mail bereits im Einsatz. Deshalb ist dies nun auch für die EDNA-Initiative die erste Wahl, um jetzt einen Wildwuchs bei der Verschlüsselung von Anfang an zu vermeiden. "Excel bietet aus Sicht der EDNA-Initiative keine Basis für den Austausch der Energiedaten, für den sicheren Austausch schon gar nicht", kommentiert Dr. Franz Hein, EDNA-Koordinator.

Grundsätzlich begrüßt die EDNA-Initiative, dass mit der neuen Best-Practice-Empfehlung jetzt endlich auch beim Kundenwechselprozess eine automatisierte Abwicklung möglich wird. Durch die nun getroffenen Festlegungen für den elektronischen Datenaustausch sei die Chance einer durchgreifenden Entlastung aller mit einem Lieferantenwechsel befassten Personen bei Lieferanten und Verteilnetzbetreibern durch entsprechende IT-Systeme gegeben. EDNA-Mitgliedsunternehmen haben sich bei der Ausgestaltung ihrer IT-Systeme schon seit längerem auf bestehende und kommende Anforderung eingestellt. Die EDNA-IT-Lieferanten können einen Datenaustausch mit dem EDIFACT-Format UTILMD beim Lieferantenwechsel sehr kurzfristig anbieten. Erste EDM-Anbieter innerhalb der EDNA-Initiative haben bereits zugesagt, ihre Systeme bis zum 1. Mai 2002 für UTILMD fit zu machen. Diesen Stichtag hat das BMWi in Abstimmung mit den Verbänden dem Energiemarkt nun bekannt gemacht. Ab diesem Termin sollen demnach die Daten auf elektronischer Basis mit den angegebenen Formaten ausgetauscht werden, die vollständige Umsetzung soll bis zum 1. August 2002 erfolgen.

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