Verhandlungen

EDF spricht mit E.ON über Beteiligung an EPR-Reaktorbau

Das französische Energieunternehmen EDF verhandelt mit E.ON über eine Beteiligung am Bau eines neuen Europäischen Druckwasserreaktors (EPR) in Frankreich. Ursprünglich hatte Siemens den EPR-Reaktor mitentwickelt, ist aber aus dem Projekt ausgestiegen und plant nun eine Atom-Kooperation mit Russland.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Paris (afp/red) - EDF sei mit dem E.ON-Management "in Gesprächen" über das geplante Atomkraftwerk im nordfranzösischen Penly, sagte EDF-Chef Pierre Gadonneix der Zeitung "Le Monde" (Donnerstagsausgabe). "Sie sagen, dass sie interessiert sind".

Gegengewicht zu Siemens-Rosatom-Allianz

Gadonneix bot E.ON an, einer von Frankreich angestrengten internationalen Allianz im Atombereich beizutreten. Dieser "Club der Stromerzeuger", die an EPR-Projekten beteiligt seien, solle auch ein Gegengewicht zu der verkündeten Kooperation des Siemens-Konzerns mit dem russischen Unternehmen Rosatom bilden, sagte Gedonneix. Das deutsch-russische Joint Venture sei "ein echter Konkurrent" für EDF und den französischen Nuklearkonzern Areva im Bereich der Atomkraftwerke der dritten Generation.

Siemens hatte den EPR-Reaktor ursprünglich mit Areva zusammen entwickelt. Nach jahrelangen Querelen kündigte der Münchner Konzern Ende Januar aber den Verkauf seines 34-prozentigen Anteils an der Kraftwerksbauer Areva NP an und meldete kurz darauf die Zusammenarbeit mit Rosatom.

Leistungsfähiger und sicherer

Der EPR gilt als leistungsfähiger und sicherer als bisherige Atomkraftwerke. Frankreich, das fast vier Fünftel seines Stroms in Atomkraftwerken erzeugt, will mit ihm alte Kraftwerke ersetzen und setzt auch große Hoffnungen in den Export der Technik. Im nordfranzösischen Flamanville am Ärmelkanal wird derzeit ein erster französischer EPR gebaut, der 2012 fertig sein soll. Den zweiten EPR in Penly hatte der französische Präsident Nicolas Sarkozy Ende Januar angekündigt.

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