Frankreich

EDF-Chef will 20 Prozent höhere Strompreise

Für den französischen Energiekonzern EDF ist seine Anleihe für Kleinanleger zu einem durchschlagenden Erfolg geworden und hat dem Konzern 3,2 Milliarden Euro in die Kasse gespült. Trotzdem fordert EDF-Chef Pierre Gadonneix eine deutliche Erhöhung der staatlich reglementierten Strompreise.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Paris (afp/red) - Nach vorläufigen Berechnungen habe das Staatsunternehmen damit rund 3,2 Milliarden Euro eingenommen, sagte EDF-Chef Pierre Gadonneix der Zeitung "La Tribune" (Donnerstagausgabe). Das ist drei Mal so viel wie erwartet. Laut Gadonneix kauften 250.000 Anleger sowie 20.000 EDF-Beschäftigte die mit 4,5 Prozent verzinsten Schuldtitel. Der hoch verschuldete Konzern will die Milliarden für Investitionen in neue Kraftwerke nutzen.

Strompreise seien zu niedrig

Unabhängig von der Anleihe forderte Gadonneix eine deutliche Erhöhung der staatlich reglementierten Strompreise. Diese müssten in den kommenden drei bis vier Jahren um 20 Prozent steigen, damit EDF investieren und seine Verschuldung abbauen könne, sagte der Konzernchef dem Sender RTL. Er verwies darauf, dass EDF mit seinen Strompreisen um 30 bis 40 Prozent unter Konkurrenten in anderen europäischen Ländern liege.

Schulden durch Zukäufe

Der Konzern hatte im vergangenen Jahr große Zukäufe im Ausland getätigt und dies vor allem auf Pump finanziert. Unter anderem durch die Übernahme des britischen Atomkraftwerksbetreibers British Energy wuchs der Schuldenberg von EDF bis Ende 2008 um 50 Prozent auf 24,5 Milliarden Euro.

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