E.ON: Zwischenergebnis zufriedenstellend

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com
Der E.ON-Konzern hat in den ersten drei Quartalen 2000 den Umsatz um 40 Prozent auf knapp 70 Milliarden Euro gesteigert. Das Betriebsergebnis lag mit 1,9 Milliarden Euro wegen der erwartet starken Einbußen im Strombereich insgesamt um neun Prozent unter dem Rekordwert des Vorjahres. "Mit diesem Ergebnis können wir alles in allem noch zufrieden sein, vor allem, wenn man bedenkt, dass der Verfall der Strompreise erst im zweiten Halbjahr des letzten Jahres begann. Die Folgen der Liberalisierung mussten wir somit erstmals in diesem Jahr voll verkraften." Das erklärte E.ON-Vorstandsvorsitzender Ulrich Hartmann bei der Vorstellung der auf Basis US-GAAP konsolidierten Zahlen des Konzerns für die ersten neun Monate. Vor allem die hohen Veräußerungsgewinne ließen den Überschuss vor Ertragsteuern im Vergleich zu den ersten drei Quartalen 1999 um 55 Prozent auf etwa 7,1 Milliarden Euro steigen. Der Konzernüberschuss kletterte um 27 Prozent auf etwa 3,7 Milliarden Euro.


Für das Gesamtjahr 2000 erwartet E.ON beim Betriebsergebnis gegenüber der Entwicklung in den ersten neun Monaten eine leichte Verbesserung. Im Strombereich machten sich erste Anzeichen für eine Trendwende bei der Strompreisentwicklung bemerkbar. "Erfreulicherweise ist festzustellen, dass sich die Preise für Privat- und Sondervertragskunden seit dem zweiten Quartal 2000 stabilisiert haben. Wir glauben daher, dass wir hier die Talsohle bereits durchschritten haben", unterstrich E.ON-Finanzvorstand Erhard Schipporeit. Allerdings rechnet E.ON für das Gesamtjahr noch mit einem Betriebsergebnis des Strombereichs deutlich unter Vorjahr. In allen anderen Geschäften rechnet E.ON mit - teilweise deutlichen - Verbesserungen des Betriebsergebnisses. "Die Aussichten für 2001 sind vielversprechend. Wir werden das Konzern-Betriebsergebnis schon im ersten vollständigen Geschäftsjahr nach der Fusion beträchtlich steigern", erklärte Ulrich Hartmann.


Im Strombereich will E.ON auch weiterhin auf den Ausbau der bewährten und erfolgreichen Vertriebspartnerschaften mit kommunalen und regionalen Unternehmen setzen. Bestehende Minderheitsbeteiligung würden - wo immer es geht - auf konsolidierungsfähige Mehrheiten aufgestockt. Darüber hinaus will E.ON gezielt an Privatisierungen teilnehmen. Auch auf internationaler Ebene hätte der Konzern mit interessanten Marktpositionen in Skandinavien, Osteuropa, der Schweiz und den Niederlanden eine gute Ausgangsposition, so Hartmann. Weitere Wachstumsschritte sollen durch gezielte Akquisitionen realisiert werden. Dazu prüft E.ON in ganz Europa eine Vielzahl möglicher Optionen. "Wenn wir auch nur einen Teil dieser Möglichkeiten realisieren, sprechen wir von Investitionen im zweistelligen Milliardenbereich", erläuterte Ulrich Hartmann.


Abschließend teilte E.ON-Chef mit, dass sich Energiewirtschaft und Bundesregierung darauf verständigt hätten, in einer gemeinsamen Arbeitsgruppe als Alternative zu einer Quote für die Kraft-Wärme-Kopplung wirksamere Wege zum Klimaschutz zu entwickeln. Gutachten belegten, dass die Kraft-Wärme-Kopplung gegenüber einer getrennten Erzeugung von Strom und Wärme keineswegs zu einer Kohlendioxid-Verminderung, sondern zu einer Erhöhung führe.

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