Beschluss

E.ON-Zusagen öffnen deutschen Gasmarkt

Der Zugang zum deutschen Gasmarkt wird für Konkurrenten des Energiekonzerns E.ON künftig leichter. Verschiedene Zusagen von E.ON, Wettbewerbern den Zugang zu öffnen, hat die EU-Kommission nun für verbindlich erklärt. E.ON schraubt seine Buchungen an verschiedenen Einspeisepunkten künftig deutlich zurück.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Brüssel (red) - Nach einer kartellrechtlichen Untersuchung der Kommission hatte E.ON angeboten, bis Oktober 2010 große Kapazitätsvolumen an den Einspeisepunkten seiner Gasfernleitungsnetze freizugeben. Die bis zu diesem Zeitpunkt freigegebenen Kapazitäten machen rund 15 Prozent der Leitungskapazität aus. "Zu geringe Transportkapazitäten sind derzeit eines der größten Wettbewerbshindernisse auf dem deutschen Gasmarkt", so EU-Wettbewerbskommissar und Kommissionsvizepräsident Joaquín Almunia. "Mit den heutigen Zusagen haben wir eine weitreichende Lösung gefunden, die den Wettbewerbern von E.ON Zugang zu den Transportkapazitäten bietet, die sie für ihren Markteintritt benötigen."

E.ON hat damit mit den Zusagen auf Vorwürfe reagiert, es habe seine Wettbewerber in unlauterer Weise vom Markt ausgeschlossen und damit möglicherweise seine marktbeherrschende Stellung ausgenutzt. Nach mehreren unlängst ergangenen Beschlüssen, die unter anderem RWE (Deutschland) und GDF Suez (Frankreich) betrafen, ist dies nun die neunte größere Entscheidung seit der Energiesektoruntersuchung von 2007, die gezeigt hat, dass Verbraucher und Unternehmen oft Verlierer ineffizienter und teurer Märkte waren.

Konkrete Zahlen zu den freigegebenen Kapazitäten sollen im Laufe der kommenden Woche auf der Webseite der E.ON Gastransport GmbH veröffentlicht werden. Darüber hinaus will E.ON ab Oktober 2015 seine Kapazitätsbuchungen an den Einspeisepunkten des Netzes von NetConnect Germany auf 50 Prozent und seine Buchungen an den Einspeisepunkten des E.ON-Netzes für niederkalorisches Gas auf 64 Prozent der Leitungskapazität senken.

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