Irritationen

E.ON will Staudinger-Pläne weiterverfolgen (Upd.)

Die hessische Landesregierung hat auf die angeblichen Zweifel von E.ON am geplanten Neubau eines Steinkohleblocks im Kraftwerk Staudinger mit großer Verwunderung reagiert und forderte "umgehend" Klarheit. E.ON hat am Donnerstagabend reagiert.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Wiesbaden (ddp/red) - "Es muss umgehend Klarheit geschaffen werden", verlangten Umweltministerin Silke Lautenschläger (CDU) und Wirtschaftsminister Dieter Posch (FDP) am Donnerstag in Wiesbaden in einer gemeinsamen Erklärung.

Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Donnerstagausgabe) hatte zuvor berichtet, dass E.ON die Pläne für den Bau des Blocks 6 überprüfen wolle. Als Gründe führte ein Sprecher des Energiekonzerns dem Bericht zufolge die Wirtschaftskrise an, die auch Auswirkungen auf die Nachfrage nach Strom habe. Außerdem verwies er auf die deutlich gestiegenen Baukosten solcher Anlagen.

Die Landesregierung zeigte sich irritiert: "Wir wollen unverzüglich wissen, ob es sich bei den heutigen Einlassungen um 'schlichtes Dahergerede' handelt oder um die ernsthafte neue Position des Unternehmens." Beide Minister verwiesen darauf, dass die Landesregierung bis zum gestrigen Tag alles getan habe, um das Projekt zügig voranzutreiben. "Eine Hängepartie kann und wird es nicht geben", betonten Lautenschläger und Posch.

Der Energiekonzern E.ON teilte am Donnerstagabend mit, am geplanten Neubau festzuhalten. Das Genehmigungsverfahren sei noch nicht abgeschlossen, doch E.ON treibe es mit aller Macht voran, sagte ein Konzernsprecher am Donnerstag in Düsseldorf auf ddp-Anfrage. Der Sprecher sagte allerdings auch, dass durch die Weltwirtschaftskrise die Preise für Rohstoffe deutlich gestiegen seien. Dadurch sei bei den kalkulierten Kosten für den Bau ein "extremes Preisgefälle" eingetreten. "Es macht Sinn, zu schauen, wie die Kosten optimiert werden können" sagte der Konzernsprecher.

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