Neue Technik

E.ON will Staudinger mit Quecksilber-Katalysator nachrüsten

Der Energiekonzern E.ON als Betreiber des Kohlekraftwerks Staudinger in Großkrotzenburg (Main-Kinzig-Kreis) will Block 5 des Kraftwerks Mitte des Jahres mit einem Quecksilber-Katalysator nachrüsten. Diese Technik sei neu und werde zunächst über drei Jahre getestet.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Großkrotzenburg (ddp/red) - Ein Sprecher des Unternehmens sagte am Donnerstag, damit würden die Quecksilber-Emissionen reduziert. Die Technik sei noch ganz neu und werde zunächst für drei Jahre ausprobiert. Schon jetzt lägen die Emissionswerte "deutlich unter dem zulässigen Grenzwert". Der Katalysator wirke sowohl in der Rauchgas- als auch in der Abwasserreinigung, so dass so gut wie kein Quecksilber mehr in die Luft oder in den Main abgegeben werde.

Der CDU-Landtagsabgeordnete Peter Seyffardt zeigte sich erfreut über die von E.ON im Umweltausschuss des hessischen Landtags vorgestellten Pläne. "Durch den Einsatz von europaweit einzigartiger Technik wird es gelingen, die Emissionen nochmals zu reduzieren. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung", sagte Seyffardt. Die Ergebnisse aus dem Testbetrieb des Katalysators könnten für das Genehmigungsverfahren für den geplanten Neubau des Blocks 6 genutzt werden.

Für die Grünen-Fraktion kritisierte Angela Dorn die Ankündigung von E.ON als "völlig ungenügend, um das Genehmigungsverfahren für einen weiteren Kraftwerksblock auch nur zu beginnen". Umweltministerin Silke Lautenschläger (CDU) müsse streng darauf achten, dass die niedrigen Quecksilberwerte eingehalten werden.

Mit dem Ausbau von Staudinger soll eines der weltweit größten Kohlekraftwerke entstehen. Das Regierungspräsidium Darmstadt sieht allerdings noch Klärungsbedarf hinsichtlich der Umweltbelastungen durch den Ausbau. Die behördliche Erörterung hatte vor allem die Frage nach der Quecksilber-Belastung für den Main aufgeworfen.

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