Vorwürfe gegen Kartellamt

E.ON will Staatsanteil auf Stromrechnungen ausweisen

Mit neuen Stromrechnungen, auf denen die Komponenten des Strompreises ganz genau aufgelistet werden sollen, will der Düsseldorfer E.ON-Konzern eine höhere Transparenz und eine Versachlichung der "hitzigen" Diskussion schaffen. E.ON-Chef Bernotat kritisierte zudem das Vorgehen des Bundeskartellamts.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Hamburg/Düsseldorf (ddp-nrw/sm) - Kunden des Düsseldorfer E.ON-Konzerns erhalten demnächst eine geänderte Stromrechnung. Künftig soll "ganz genau aufgelistet" werden, "welcher Teil des Strompreises auf den Staat entfällt und wie hoch der Anteil für regenerative Energien am Strompreis ist", wie E.ON-Chef Wulf Bernotat in einem am Freitag vorab in Auszügen übermittelten "Spiegel"-Interview ankündigte.

Laut Magazin erhofft sich Bernotat von dieser Neuregelung eine höhere "Transparenz" und eine "Versachlichung" der hitzigen Diskussion um überzogene Energiepreise. Der Staatsanteil an den Stromkosten beträgt nach Angaben des Branchenverbandes VDEW inzwischen rund 40 Prozent.

Bernotat wehrt sich laut Magazinbericht gegen Vorwürfe, die Gas- und Strompreise in Deutschland seien zu hoch. In diesem Zusammenhang habe er schwere Vorwürfe gegen das Bundeskartellamt erhoben, das seit geraumer Zeit gegen zahlreiche Versorgungsunternehmen ermittelt. Nach vielen Monaten hätten die Ermittler immer noch nichts gefunden.

"Wenn das Kartellamt wettbewerbswidriges Verhalten belegen kann, soll es die Fakten auf den Tisch legen. Falls nicht, soll es die Ermittlungen endlich beenden", zitiert das Magazin den Manager. Für E.ON sei die Situation fatal, weil durch die langanhaltenden Untersuchungen der "Eindruck entsteht, wir würden unsere Kunden abzocken."

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