Konzernumbau

E.ON will sich neu strukturieren

Bei E.ON steht offenbar eine interne Neustrukturierung an. Wie die "FTD" berichtet, plant Vorstandschef Johannes Teyssen einen grundlegenden Konzernumbau. Dadurch würden die Großtöchter E.ON Energie in München und E.ON Ruhrgas in Essen an Bedeutung verlieren. Unter anderem soll die Düsseldorfer Holding zum operativen Zentrum ausgebaut werden.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Hamburg (ddp/red) - Teyssen hat die Pläne dem Bericht zufolge Ende vergangener Woche einem Führungszirkel des Konzerns vorgestellt. Laut einem Konzernsprecher sehe das Programm mit dem Namen "Steering and Leadership" vor, die bislang sieben Konzernsparten durch fünf global gesteuerte Kerneinheiten - Kraftwerke, Gasbeschaffung, Handel, Erneuerbare Energien und Energieforschung - zu ersetzen. Ferner soll das Endkundengeschäft in mehr als einem Dutzend Landesgesellschaften aufgehen.

Wie es weiter hieß, wird das kundennahe Geschäft künftig regional nach Ländern beziehungsweise Ländergruppen geordnet. Dabei sollen Deutschland, Schweden und Großbritannien eigene Regionaleinheiten bilden. Weitere Gruppen sollen Süd- und Osteuropa sein. Damit werde das Geschäft von E.ON Energie aufgeteilt. Während bislang von München die europäischen Stromaktivitäten gesteuert würden, müssten sich die Bayern künftig mit dem deutschen Markt begnügen. Allerdings bekomme E.ON Energie im Gegenzug die kundennahen Teile des Gasgeschäfts zugeschlagen - auf Kosten von Ruhrgas.

"Es handelt sich um ein Diskussionspapier, die Details müssen in den nächsten Wochen noch ausgearbeitet werden", sagte der Sprecher weiter. Das komplette Paket werde der Vorstand wie geplant im Herbst präsentieren. Intern sind die Pläne dem Bericht zufolge höchst brisant. Demnach bildeten die Standorte München und Essen ein starkes Gegengewicht zur Konzernzentrale in Düsseldorf. Unter anderem erlöste E.ON Energie bislang mit 40 Milliarden Euro rund die Hälfte des Konzernumsatzes.

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