"Nicht nachvollziehbar"

E.ON will gegen Ablehnung der Strompreiserhöhung klagen

Als "nicht nachvollziehbar und juristisch zweifelhaft" bezeichnet der Energiekonzern E.ON die Ablehnung von Strompreiserhöhungen durch Hessens Wirtschaftsminister Rhiel. Der Versorger wird daher voraussichtlich rechtliche Schritte einleiten, berichtet "Der Spiegel" vorab.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Hamburg/Düsseldorf (ddp-nrw/sm) - Der Düsseldorfer Energiekonzern E.ON wird voraussichtlich rechtliche Schritte gegen die Ablehnung der beantragten Strompreiserhöhung durch das Bundesland Hessen einlegen. Das berichtete das Hamburger Nachrichtenmagazin "Spiegel" am Donnerstag vorab unter Berufung auf den Konzern.

Die bisherige Begründung des hessischen Wirtschaftsministers Alois Rhiel (CDU), so heiße es bei E.ON, sei nicht nachvollziehbar und juristisch zweifelhaft.

Einen weiteren Dämpfer könnten die Versorger laut "Spiegel" in wenigen Wochen durch die Bundesnetzagentur erhalten. Parallel zu den Stromtarifen mussten sie dort erstmals auch ihre Netzentgelte zur Genehmigung vorlegen. Zahlreiche Experten rechnen dem Magazin zufolge damit, dass die Stromversorger auch bei diesem Posten nicht ungeschoren davonkommen.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Strompreis

    Bericht: Grundversorger-Preise sind zu hoch

    Die Stromtarife in der Grundversorgung sind vergleichsweise hoch, zeigt eine aktuelle Analyse zu den Strompreisen in Rheinland-Pfalz. Die Verbraucherzentrale hat die preisliche Entwicklung nachgezeichnet und schätzt, dass 35 Prozent der Haushalte zusammen mindestens zehn Millionen Euro zu viel im Jahr bezahlen.

  • Hochspannungsleitung

    Hohe Strompreise sind nicht der Energiewende geschuldet

    Die hohen Strompreise haben nichts mit Fukushima zu tun, sondern kommen durch höhere Netzentgelte und strategische Überlegungen der Stromversorger zustande. Angesichts der Preiserhöhungen ist es ratsam, die Preise verschiedener Anbieter zu vergleichen und über einen Wechsel des Stromversorgers nachzudenken.

  • Hochspannungsleitung

    Länder nehmen Preispolitik der Stromkonzerne unter die Lupe

    Durch die pauschale Ablehnung einer Strompreiserhöhung durch Hessens Wirtschaftsminister Alois Rhiel sind auch die anderen Bundesländer aufgeschreckt worden und versprechen, die Anträge der Energieversorger genaustens zu prüfen. Ganz verhindern lassen sie sich aber wohl nicht.

  • Energieversorung

    Kritik an der "Macht der großen Vier" verstärkt sich

    Vom "Oligopol" ist Rede und davon, dass EnBW, Vattenfall, RWE und E.ON den Wettbewerb unter- und gegeneinander weitgehend eingestellt haben. Das Verhalten der vier größten deutschen Stromversorger gerät immer weiter in die Kritik, die heute u.a. von Kartellamtschef Ulf Böge formuliert wurde.

  • Strompreise

    Rhiel verteidigt Veto gegen Strompreiserhöhungen

    Hessens Wirtschaftsminister Alois Rhiel bleibt bei seinem harten Kurs und lehnt Strompreiserhöhungen in seinem Bundesland weiterhin ab. Da die Netzkosten im kommenden Jahr sinken werden, sollten auch die Verbraucher davon profitieren, begründete er seine Initiative in der Financial Times Deutschland.

Top