Verkaufsgerüchte

E.ON will angeblich Teile von Ruhrgas verkaufen

Medienberichten nach steht ein eventueller Teilverkauf von Ruhrgas durch den Energiekonzern E.ON an. Insgesamt ist eine Verkaufsplanung bestätigt wurden, die betroffenen Teilbereiche sind noch nicht bekannt.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Düsseldorf (dapd/red) - Der Energiekonzern E.ON erwägt Medienberichten zufolge einen Teilverkauf des größten deutschen Gasversorgers Ruhrgas. Bis zu 49 Prozent des Tochterunternehmens könnten auf den Markt kommen, berichtete die Nachrichtenagentur Dow Jones Newswires. Ein E.ON-Sprecher wollte den Bericht auf Anfrage der Nachrichtenagentur dapd nicht kommentieren. Er verwies aber darauf, dass Konzernchef Johannes Teyssen erst in der vergangenen Woche erklärt habe, es gebe noch keine Liste für die angepeilten Desinvestitionen.

Über 20 Milliarden Euro Umsatz

E.ON Ruhrgas erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von über 20 Milliarden Euro. E.ON hatte den Gasversorger im Jahr 2003 gegen Bedenken des Kartellamtes mit Hilfe einer Ausnahmegenehmigung des Wirtschaftsministeriums übernommen. Als Kaufpreis wurden seinerzeit rund 10 Milliarden Euro genannt. Erst in der vergangenen Woche hatte der Energieversorger angekündigt, sich von Geschäftsaktivitäten im Wert von rund 15 Milliarden Euro trennen zu wollen, um eigene Schulden zu tilgen und die globale Expansion vorantreiben zu können.

Ungünstige Verkaufsbedingungen

Der Zeitpunkt eines Verkaufs von Unternehmensanteilen scheint derzeitig allerdings wohl eher ungünstig. Denn Ruhrgas leidet im Augenblick unter dem Preisverfall auf dem Gasmarkt. Er trifft die E.ON-Tochter besonders stark, weil Ruhrgas langfristige Lieferverträge mit den Produzentenländern wie Russland oder Norwegen geschlossen hat, in denen den Lieferanten dank der Ölpreisbindung vergleichsweise hohe Abnahmepreise garantiert werden.

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