300 Millionen Euro

E.ON: Was kostet die Fusion mit Ruhrgas?

Morgen früh wird das OLG Düsseldorft das kartellrechtliche Verfahren zur Fusion der Energiekonzerne E.ON und Ruhrgas eröffnen - es sei denn, die Beteiligten erzielen bis heute abend eine gütliche Einigung und die Fusionsgegner ziehen die Klage zurück. E.ON ist wohl bereit, sich diese Einigung einiges kosten zu lassen.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Langsam läuft dem Energiekonzern E.ON die Zeit davon: Will das Unternehmen die Eröffnung des kartellrechtlichen Verfahrens morgen früh in Düsseldorf verhindern, muss es sich bis spätestens heute abend mit seinen Konkurrenten einigen. Verschiedenen Zeitungsberichten zufolge will E.ON eine gütliche Einigung in jedem Fall erreichen und macht den Fusionsgegnern deshalb kostspielige Angebote.

Wie die Tageszeitung "Die Welt" in ihrer Online-Ausgabe berichtet, wirft E.ON beispielsweise den südwest-deutschen Regionalversorger Badenova in die Waagschale. Badenova ist mit 600 000 Gas-Kunden der achtgrößte Gasversorger Deutschlands und für den E.ON-Konkurrenten EnBW auch deshalb interessant, weil sein Versorgungsgebiet eine ideale Verbindung zum Gebiet des EnBW-Großaktionärs Gaz de France bilden würde. Die EnBW soll im Gegenzug ihre Wettbewerbklage gegen die geplante E.ON/Ruhrgas-Fusion zurückziehen.

Auch der Berliner Strombroker Ampere will sich einer gütlichen Einigung laut "Welt" nicht verweigern. E.ON und Ruhrgas hätten sich bereit erklärt, bei künftigen Ausschreibungen des Unternehmens Angebote für günstige Strom- und Gaslieferungen vorzulegen. Auch die Stadtwerke Aachen und der Energiehändler Trianel haben laut "Welt" an einer Einigung Interesse. Wie die "Financial Times Deutschland" heute berichtet, hat das gesamte Entschädigungspaket einen Gegenwert von nahezu 300 Millionen Euro.

Laut FTD ist allerdings die Einstellung des einzigen ausländischen Klägers, dem finnischen Energiekonzerns Fortum, weiterhin unklar.

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