EPR-Reaktor

E.ON verhandelt weiter über Beteiligung an AKW in Frankreich

E.ON verhandelt offenbar weiterhin über eine Beteiligung am Bau eines neuen Atommeilers in Nordfrankreich. Der französische Stromriese EDF teilte am Montag mit, er prüfe zusammen mit E.ON die "mögliche Beteiligung an einem Entwicklungsvorhaben" im Bereich der Kernkraft.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Paris (afp/red) - Es gehe dabei vor allem um ein Projekt im nordfranzösischen Penly. "Wir führen Gespräche über den Austausch von Aktiva", sagte EDF-Chef Pierre Gadonneix. In Penly am Ärmelkanal will Frankreich seinen zweiten Europäischen Druckwasserreaktor (EPR) bauen. Der erste EPR im nordfranzösischen Flamanville soll 2012 fertig sein.

Gegengewicht zu Siemens-Rosatom

EDF-Chef Gadonneix hatte Anfang April gesagt, dass der deutsche Konzern an einer Beteiligung in Penly "interessiert" sei. Er bot E.ON dabei an, einem von Frankreich angestrengten internationalen Bündnis im Atombereich beizutreten. Dieser "Club der Stromerzeuger" solle auch ein Gegengewicht zur Zusammenarbeit des deutschen Siemens-Konzerns mit dem russischen Unternehmen Rosatom bilden.

Siemens hatte den EPR-Reaktor ursprünglich mit dem französischen Atomkonzern Areva zusammen entwickelt, nach jahrelangen Querelen aber im Januar den Verkauf seines 34-prozentigen Anteils am Kraftwerksbauer Areva NP angekündigt. Stattdessen will Siemens jetzt mit Rosatom kooperieren.

Leistungsfähig und sicher

Der EPR gilt als leistungsfähiger und sicherer als bisherige Atomkraftwerke. Frankreich, das rund vier Fünftel seines Stroms in Atomkraftwerken erzeugt, will damit alte Kraftwerke ersetzen und setzt große Hoffnungen in den Export der Technik.

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