Ab Wintersemester 2006/2007

E.ON und RWTH Aachen gründen Energieforschungsinstitut

Die RWTH Aachen und die Düsseldorf E.ON AG wollen gemeinsam ein neues energiewissenschaftliches Forschungsinstitut gründen und damit einen Beitrag zur Intensivierung der internationalen Forschung in den Bereichen Energieeffizienz und Klimaschutz leisten.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Düsseldorf/Aachen (ddp/sm) - Der Energiekonzern E.ON und die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule (RWTH) in Aachen wollen langfristig in der Energieforschung kooperieren. Geplant ist die Errichtung des neuen "E.ON Forschungsinstituts für Energie" an der RWTH in Aachen, wie E.ON-Vorstandsmitglied Manfred Krüper am Freitag im Beisein von Forschungsminister Andreas Pinkwart (FDP) in Düsseldorf sagte. Ziel der Kooperation sei ein gemeinsamer Beitrag zur Intensivierung der internationalen Forschung in den Bereichen Energieeffizienz und Klimaschutz.

Für das Institut wird den Angaben zufolge auf dem Campus der RWTH bis Ende 2007 ein neues Gebäude errichtet, das den modernsten Standards beim sparsamen Umgang mit Energie gerecht wird. Die E.ON AG will den Forschungsbetrieb des Instituts über die nächsten zehn Jahre mit einem Betrag von mindestens 40 Millionen Euro finanzieren. Insgesamt sollen in Aachen fünf Professuren eingerichtet und mit internationalen Experten auf dem Gebiet der Energieforschung besetzt werden. Ab dem Wintersemester 2006/2007 sollen die ersten Studenten Lehrveranstaltungen an dem neuen Institut besuchen können.

Das Projekt ist Kernstück einer internationalen Forschungsinitiative von E.ON, bei der das Unternehmen an verschiedenen Hochschulen Forschungsaufträge in den Bereichen Energieeffizienz und Klimaschutz ausschreibt. Insgesamt will E.ON nach eigenen Angaben dafür 100 Millionen Euro in der nächsten Dekade aufwenden.

RWTH-Rektor Burkhard Rauhut verwies auf die Rolle seiner Hochschule als führender europäischer Forschungsstandort im Bereich Energietechnik. Dies sei das ausschlaggebende Kriterium für die E.ON AG gewesen, gemeinsam mit der RWTH Aachen das Forschungsinstitut für Energie zu gründen, sagte Rauhut. Entstanden sei damit das größte Public-Private-Partnership-Projekt eines Unternehmens mit einer deutschen Hochschule.

Pinkwart zeigte sich erfreut darüber, dass sich die RWTH Aachen als "bester Standort für das Energy Institute in Deutschland erwiesen" habe. Die Hochschule habe sich erfolgreich gegen starke Konkurrenten durchgesetzt und ihre Leistungsstärke einmal mehr eindrucksvoll bewiesen, sagte der Minister. Das Land brauche auch in Zukunft solche langfristigen Forschungskooperationen zwischen Unternehmen und Hochschulen.

Von Haiko Prengel

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