Joint Venture

E.ON und RWE bauen neue Kernkraftwerke in Großbritannien

E.ON und RWE haben am Mittwoch ein Joint Venture für den Bau von neuen Kernkraftwerken in Großbritannien angekündigt. E.ON UK und RWE npower werden jeweils 50 Prozent der Anteile halten.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Essen/Düsseldorf (red) - Das Joint Venture sei langfristig angelegt. Es soll nach Unternehmensangaben für den Erwerb von Standorten, die von der National Decomissioning Authority (NDA) zum Verkauf gestellt werden, verantwortlich sein. Darüber hinaus soll das Joint Venture den Genehmigungsprozess begleiten sowie neue Kernkraftwerke bauen und betreiben. Geplant sei der Bau einer Kernkraftwerkskapazität von mindestens 6 Gigawatt.

Der Ausbau erfordert erhebliche Investitionen. E.ON und RWE verfügen nach eigenen Angaben über die notwendige Finanzkraft für Projekte dieser Größenordnung. Die Unternehmen betreiben unabhängig voneinander weltweit 20 Kernkraftwerke. Darüber hinaus sind sie gemeinsamer Eigentümer und Betreiber von drei Kernkraftwerksblöcken in Deutschland. Das Joint Venture sei bei der Wahl der Reaktortechnik offen und werde für die jeweiligen Standorte eingehende technische und wirtschaftliche Prüfungen vornehmen.

Bärbel Höhn, die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, kritisierte das Joint Venture in einer ersten Stellungnahme scharf. "Es erschreckt mich, dass RWE und E.ON aktiv in den Neubau von Atomkraftwerken einsteigen wollen", sagte die frühere NRW-Umweltministerin der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (Donnerstagsausgabe). Atomkraft habe keine Zukunft, sagte Höhn weiter. Beide Konzerne müssten aufpassen, dass sie nicht viel Geld in die falsche Technologie investierten. "Sinnvoll wäre es stattdessen, wenn sie groß in erneuerbare Energien einstiegen und nicht nur symbolisch in kleine Windparks vor der deutschen Küste investierten."

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