1700 Megawatt

E.ON und GDF Suez tauschen Kraftwerkskapazitäten

E.ON und der französische Konzern GDF Suez haben den Tausch von Erzeugungskapazität geeinigt. Die belgische GDF-Tochter Electrabel übernimmt 1700 Megawatt Kraftwerkskapazitäten und Strombezugsrechte in Deutschland, im Gegenzug erhält E.ON in gleichem Umfang Kapazitäten in Belgien.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Düsseldorf (red) - Mit dem Abschluss der Transaktion wird die zur GDF SUEZ Gruppe zugehörige Electrabel von E.ON Erzeugungskapazität in Höhe von 860 Megawatt aus konventioneller Erzeugung sowie 132 Megawatt aus Wasserkraft erwerben. Weiterhin wird Electrabel Strombezüge aus einer Kapazität von insgesamt 700 Megawatt aus Kernkraftwerken in Deutschland erhalten.

E.ON wird von Electrabel, Group GDF SUEZ, das Kohle- und Biomasse-Kraftwerk im belgischen Langerlo (556 Megawatt), das Gaskraftwerk Vilvoorde (385 Megawatt) sowie Strombezüge aus Kernkraftwerken mit Lieferpunkten in Belgien und den Niederlanden aus einer Kapazität von insgesamt 770 Megawatt erwerben.

E.ON wird Nummer 3 in Belgien

Der Tausch ist Teil der wettbewerbsfördernden Maßnahmen für den deutschen Energiemarkt, zu denen sich E.ON gegenüber der EU-Kommission 2008 verpflichtet hatte. Insgesamt haben die Düsseldorfer laut Mitteilung die Abgabe von rund 5000 Megawatt Kraftwerkskapazität sowie des Höchstspannungsnetzes in Deutschland zugesagt.

Für E.ON bedeutet der Tausch mit Electrabel zugleich den erfolgreichen Einstieg in den belgischen Stromerzeugungsmarkt. Mit einem Marktanteil von 9 Prozent sei das Unternehmen so auf Anhieb die Nummer 3 in Belgien. Für Electrabel verringert sich mit dem Tausch die Erzeugungskapazität in Belgien bis 2010 auf 11.200 Megawatt, das entspreche 65 Prozent der gesamten belgischen Kapazität. Der endgültige Abschluss der Transaktion bedarf noch der Zustimmung durch die Kartellbehörden.

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