Konzentration

E.ON und BP tauschen bei Öl und Gas

E.ON wird die BP-Tochter Gelsenberg übernehmen und das Geschäftsfeld Gas stärken, derweil BP Veba Oel inklusive der Tankstellenkette "Aral" übernehmen wird - Der "Deal" soll zum Jahreswechsel in Kraft treten.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

E.ON und BP tauschen Beteiligungen und stärken derart ihr Kerngeschäft: Derweil die britische BP die E.ON-Tochter Veba Oel und damit auch das "Aral"-Tankstellennetz übernehmen wird, wird E.ON die Mehrheit an der BP-Tochter Gelsenberg AG übernehmen, die wiederum 25,5 Prozent an der Ruhrgas AG hält. Der "Deal" soll zum Jahreswechsel 2001/2002 in Kraft treten.

E.ON wird über eine Kapitalerhöhung 51 Prozent an Gelsenberg übernehmen. In einem zweiten Schritt hat BP ab Januar 2002 die Option, die verbleibenden 49 Prozent Gelsenberg an E.ON zu verkaufen. Ebenfalls im Wege einer Kapitalerhöhung übernimmt BP 51 Prozent an der Veba Oel AG. Im Rahmen dieser Kapitalerhöhung löst BP die von E.ON gewährten Gesellschafterdarlehen in Höhe von rund 1,9 Milliarden Euro ab. E.ON kann ab April 2002 eine Put-Option zur Abgabe der verbleibenden 49 Prozent Veba Oel ausüben.

Werden die Optionen durch beide Seiten ausgeübt, ergibt sich für E.ON folgendes Gesamtbild: Das Unternehmen erhält für Veba Oel 25,5 Prozent an Ruhrgas, einen Barausgleich von 400 Millionen Euro zuzüglich vereinbarter Kaufpreisanpassungen und die Rückzahlung von rund 1,9 Milliarden Euro Gesellschafterdarlehen. Auf der Basis eines Eigenkapitalwerts von 2,4 Milliarden Euro für den Ruhrgas-Anteil beträgt der Eigenkapitalwert für Veba Oel 2,8 Milliarden Euro. Einschließlich übernommener Gesellschafterdarlehen, Finanzschulden und Pensionsverbindlichkeiten erzielt E.ON demzufolge einen Unternehmenswert von rund 6,5 Milliarden Euro für Veba Oel. Beide Transaktionen bedürfen noch der kartellrechtlichen Genehmigung.

Mit Übernahme der Gelsenberg-Mehrheit zum Jahreswechsel gewinnt E.ON eine maßgebliche Position bei Ruhrgas. Das Unternehmen ist der größte Gasimporteur Deutschlands und zählt zu den drei größten Gasunternehmen Europas. Auch international haben beide Unternehmen attraktive Berührungspunkte. So hält Ruhrgas ebenso wie E.ON Beteiligungen in Skandinavien, dem Baltikum und Osteuropa.

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