Zum 1. Oktober

E.ON und Bayerngas einigen sich auf gemeinsames Gasmarktgebiet

Die Gasnetzbetreiber der E.ON AG und der Bayerngas GmbH haben sich endgültig auf die Zusammenlegung ihrer Marktgebiete für so genanntes H-Gas geeinigt. Zum 1. Oktober gründen die Unternehmen eine gemeinsame Gesellschaft.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Düsseldorf (ddp.djn/sm) - E.ON Gastransport wird an der gemeinsamen Gesellschaft 74,9 Prozent und bayernets 25,1 Prozent halten. Wie die beiden Unternehmen am Mittwoch mitteilten, kommt es damit zur ersten deutschlandweiten Marktgebietskooperation.

Die neue Gesellschaft NetConnect will bundesweit und marktgebietsübergreifend Dienstleistungen für Netzbetreiber und Transportkunden anbieten. Das Unternehmen soll offen für weitere Gesellschafter sein. E.ON erwartet, dass es auf dem deutschen Gasmarkt nun zu weiteren Kooperationen kommen wird.

Eine Reduzierung von Marktgebieten gilt allgemein als Voraussetzung für mehr Wettbewerb auf dem Gasmarkt, weil die Bedingungen für einen Lieferantenwechsel vereinfacht werden und neue Anbieter einen einfacheren Marktzugang erhalten. Zum 1. Oktober - also dem Start des neuen Gaswirtschaftsjahres - wollten die Netzbetreiber eigentlich die Zahl der Marktgebiete von 14 zu Jahresbeginn auf 8 senken. Einige Unternehmen haben ihre Pläne aber mittlerweile wieder zurückgenommen, was zur Verstimmung unter anderem bei der Bundesnetzagentur geführt hatte.

Die Regulierungsbehörde hatte erst in der vergangenen Woche Missbrauchsverfahren gegen fünf Gasnetzbetreiber eingeleitet, weil sie die eigentlich versprochene Zusammenlegung von Gebieten wieder ausgesetzt hatten. Dabei ging es um Kooperationen bei so genanntem L-Gas, das im Gegensatz zum hochkalorischen Erdgas (H-Gas) einen niedrigeren Energiegehalt hat. H-Gas kommt vor allem aus Norwegen und Russland, L-Gas aus den Niederlanden. Für die beiden Gasarten werden getrennte Pipelinenetze benötigt.

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