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E.ON strebt Mehrheit an neuem EPR-Reaktor in Frankreich an

E.ON will langfristig groß in den französischen Atommarkt einsteigen. Sollte dort ein dritter Europäischer Druckwasserreaktor (EPR) bebaut werden, werde Eon zumindest die "operative Kontrolle" oder eine Mehrheit an dem Projekt anstreben, sagte Eon-Chef Wulf Bernotat am Dienstag in Paris.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Paris (afp/red) - E.ON führt derzeit bereits Gespräche über eine mögliche Beteiligung an den bereits beschlossenen beiden EPR-Kraftwerken in Frankreich. Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy hatte den Bau eines dritten EPR Anfang des Jahres ins Gespräch gebracht. Laut Regierung dürfte das Projekt aber nicht vor 2020 beginnen.

Beim schon im Bau befindlichen EPR-Kraftwerk in Flamanville am Ärmelkanal könnte sich der deutsche Konzern eine Kooperation insbesondere bei Technik und Betrieb vorstellen, wie Bernotat sagte. Zudem führe Eon unter Ermutigung durch die französische Regierung Gespräche über eine Beteiligung an einem zweiten EPR-Kraftwerk in Penly, das 2017 ans Netz gehen soll.

Der EPR gilt als leistungsfähiger und sicherer als bisherige Atomkraftwerke. Frankreich, das rund vier Fünftel seines Stroms in Atomkraftwerken erzeugt, will damit alte Kraftwerke ersetzen und setzt große Hoffnungen in den Export der Technik.

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