Strom aus dem Ozean

E.ON stellt erstes Wellenkraftwerk in Schottland vor

E.ON hat in Schottland sein erstes Wellenkraftwerk vorgestellt. Das Kraftwerk setzt die Wellenbewegungen über ein hydraulisches System in Strom um. Noch in diesem Jahr wird die 750-Kilowatt-Anlage im European Marine Energy Center in Orkney, nördlich der schottischen Küste, in einer realistischen Meeresumgebung getestet werden.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Düsseldorf (red) - "Bei Meerestechnologien zur Stromerzeugung steht die Industrie noch ganz am Anfang der Lernkurve, jedoch bergen Kraftwerke im Meer ein enormes Potenzial für die künftige Energieversorgung", so Frank Mastiaux, Vorstandsvorsitzender von E.ON Climate & Renewables.

Die Konstruktion des Wellenkraftwerk liegt nicht starr im Ozean, sondern passt sich den Wellenbewegungen an. Anstatt ihnen Widerstand zu leisten, taucht die stählerne Seeschlange durch die Wellen hindurch und wandelt deren Energie in Strom um. Fachleute schätzen, dass die Ozeane weltweit ausreichend Potenzial bieten, den Strombedarf der gesamten Weltbevölkerung zu decken.

Noch ist die Nutzung der Kraft von Wellen und Gezeiten allerdings weit von einer kommerziellen Nutzung entfernt. Wenn die Tests erfolgreich verlaufen, wolle E.ON die Wellenkraft bis zur industriellen Reife weiter entwickeln und dafür bieten gerade die Küstengewässer um Großbritannien hervorragende Bedingungen.

Der Name der heute vorgestellten Wellenkraftanlage wurde im Rahmen eines Wettbewerbs unter Schülern der Stromness Primary School in Orkney, Schottland, gesucht. Entsprechend dem siegreichen Vorschlag des Schülers Mathew Randall wird die Anlage künftig "Vagr at-ferd" (Altskandinavisch für "Wellenkraft") heißen.

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