Joint-Venture

E.ON startet CCS-Entwicklung in Rotterdam

Am E.ON-Standort Maasvlakte in Rotterdam wird künftig klimafreundlich Strom erzeugt. Gemeinsam mit der Rotterdam Climate Initiative (RCI) will der Energiekonzern das neue Kohlekraftwerk am Hafen mit einer CCS-Anlage zur Abscheidung von Kohlendioxid ausstatten.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Düsseldorf (red) - E.ON Benelux und die Rotterdam Climate Initiative (RCI) wollen den E.ON-Kraftwerksstandort Maasvlakte mit einer CCS-Anlage (Carbon Capture and Storage) zur Abscheidung des klimaschädlichen Kohlendioxids ausstatten. Dazu soll die Machbarkeit jetzt in einer Studie geprüft werden. Im Hafen von Rotterdam entsteht derzeit für 1,2 Milliarden Euro ein neues, hocheffizientes Kohlekraftwerk mit einem Wirkungsgrad von rund 46 Prozent und einer installierten Leistung von 1100 Megawatt.

"Unsere neuen, hocheffizienten Kohlekraftwerke werden mit CO2-Abtrennung maßgeblich dazu beitragen, unsere Klimaschutzziele zu erreichen und den Kohlendioxid-Ausstoß unserer Kraftwerke bis 2030 um die Hälfte zu senken", kommentierte E.ON-Vorstandsvorsitzender Wulf Bernotat. Die RCI will die Kohlendioxid-Emissionen in Rotterdam bis 2025 im Vergleich zu 1990 ebenfalls um die Hälfte reduzieren. Dazu hat sie den Hafen mit dem Neubauplatz des E.ON-Kraftwerks in Maasvlakte als geeigneten Standort identifiziert: Zu den Kriterien zählen unter anderem die Nähe zu CO2-Speicherkapazitäten, für die im Rahmen einer integrierten Infrastruktur die RCI zuständig ist.

CCS bietet mit Abtrennung, Transport und Speicherung von Kohlendioxid die Möglichkeit, derzeit noch gegensätzliche Anforderungen der Energieerzeugung in Zukunft miteinander in Einklang zu bringen: Den weltweit anhaltenden Anstieg des Energiebedarfs auf der einen sowie die globalen Klimaschutzziele mit der nachhaltigen Senkung der CO2-Emissionen auf der anderen Seite.

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