Nach Gaskrise

E.ON Ruhrgas setzt auf Ausbau der Gas-Infrastruktur

Der größte Gasversorgungskonzern Deutschlands, die Essener E.ON Ruhrgas AG, will nach der Gaslieferkrise wegen des russisch-ukrainischen Streits seine Leitungs- und Speicherinfrastruktur weiter ausbauen und auch die eigene internationale Gasproduktion vorantreiben.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Essen (ddp/sm) - Während des Gasstreits seien alle Kunden von E.ON Ruhrgas "trotz der drastischen Liefereinschränkungen in vollem Umfang ohne Störungen versorgt worden", sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung von E.ON Ruhrgas, Bernhard Reutersberg.

Mittlerweile fließe das Gas wieder uneingeschränkt, sagte der Manager. Während des Streits seien die Lieferungen des russischen Konzerns Gazprom an E.ON Ruhrgas im Vergleich zu den üblichen Liefermengen um rund 60 Prozent gekürzt worden.

Positiv habe sich im Gasstreit die Ölpreisbindung ausgewirkt, sagte Reutersberg. So seien die Verkaufspreise an Kunden in Deutschland nicht von der Auseinandersetzung beeinflusst worden. Die Preissenkung zum 1. April werde wie angekündigt erfolgen.

Ohne Russland geht es nicht

E.ON Ruhrgas will in den nächsten Jahren mehrere Milliarden Euro für den Ausbau der Infrastruktur ausgeben. Neben der Schaffung von mehr Speicherkapazität will der Konzern mehr Erdgas aus Feldern der britischen und norwegischen Nordsee fördern und künftig auch aus Nordafrika Gas beziehen. Zudem baue E.ON Ruhrgas die Aktivitäten im Bereich der Erdgasverflüssigung aus.

Reutersberg betonte zudem die Bedeutung der geplanten Ostseepipeline Nord Stream - zwei Korridore für russische Erdgaslieferungen nach Europa seien "entschieden zu wenig". Insgesamt werde man aber an Russland nicht vorbeikommen, wenn es um die langfristige Versorgung Europas mit Erdgas gehe: "Dort liegen die weltweit größten Erdgasreserven."

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