E.ON: Rückläufige Strompreise belasten Betriebsergebnis

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com
Im ersten Halbjahr 2000 konnte das aus der Fusion von Veba und Viag hervorgegangene Unternehmen E.ON seinen Umsatz um 34 Prozent auf etwa 46,9 Milliarden Euro steigern. Der Anstieg ist vor allem auf die erstmalige Vollkonsolidierung von Aral bei VEBA Oel zurückzuführen. Darüber hinaus legte der Bereich Distribution/Logistik, insbesondere VEBA Electronics, durch den anhaltenden Boom auf dem Halbleitermarkt beim Umsatz deutlich zu. Der für das erste Halbjahr 1999 ausgewiesene Umsatz des Chemiebereichs enthielt wegen des früher abweichenden Geschäftsjahres von Degussa-Hüls 1,8 Milliarden Euro für das vierte Quartal 1998 der früheren Degussa. Bereinigt stieg der Umsatz im Bereich Chemie um rund 28 Prozent. Das E.ON-Betriebsergebnis lag bereinigt um den Wert für das vierte Quartal 1998 der früheren Degussa in Höhe von 66 Mio EUR wegen des erwartet starken Rückgangs im Strombereich um 6 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Das Ergebnis im Strombereich blieb vor allem wegen der Strompreissenkungen um 33 Prozent hinter dem Ergebnis des Vorjahres zurück. Der Konzernüberschuss (nach Steuern und nach Anteilen Konzernfremder) lag mit 3.032 Millionen Euro um 17 Prozent über dem Vorjahreswert.


Der Strombereich steigerte seinen Absatz um 16 Prozent. Der Zuwachs ist insbesondere auf höhere Lieferungen an ausländische Weiterverteiler, Händler, Sondervertragskunden sowie die erstmalige Einbeziehung des niederländischen Energieversorgungsunternehmens Electriciteitsbedrijf Zuid-Holland (EZH) zurückzuführen. Der Stromverbrauch aus dem Netz der öffentlichen Versorgung der Bundesrepublik erhöhte sich im ersten Halbjahr 2000 nach vorläufigen Schätzungen um 1,5 Prozent. Der Umsatz sank trotz der Absatzausweitung wegen des deutlichen Strompreisrückgangs insbesondere im zweiten Halbjahr 1999 um 5 Prozent unter den vergleichbaren Vorjahreswert. Das Betriebsergebnis lag daher trotz der verstärkten Kostenmanagementmaßnahmen im Strombereich wie erwartet um 33 Prozent unter dem Vergleichswert des Vorjahres. Bei PreussenElektra ist die Steigerung beim Stromabsatz um 17 Prozent auf 63.101 Millionen kWh vor allem auf die verstärkten Lieferungen an Energieversorgungsunternehmen und Sondervertragskunden außerhalb des eigenen Netzgebietes sowie die erstmalige Einbeziehung von EZH zurückzuführen. Der Umsatz nahm trotz des deutlichen Rückgangs der Strompreise insbesondere aufgrund der Absatzsteigerung und der Erstkonsolidierung von EZH um 4 Prozent auf 4.031 Millionen Euro zu. Das Betriebsergebnis von PreussenElektra lag mit 528 Millionen Euro um 42 Prozent unter dem vergleichbaren Vorjahreswert (910 Millionen Euro). Das Bayernwerk steigerte seinen Absatz um 16 Prozent auf 41.120 Millionen kWh. Gründe waren neben der Ausweitung des Stromhandels insbesondere höhere Lieferungen an Industriekunden, Weiterverteiler und Privatkunden. Trotz dieser Absatzausweitung sanken Umsatz und Betriebsergebnis aufgrund des nachhaltigen Strompreisrückgangs im Zuge der Liberalisierung des Strommarktes um 17 Prozent auf 2.325 Millionen Euro bzw. 22 Prozent auf 590 Millionen Euro.


Ende Juni 2000 waren im E.ON-Konzern 212 884 Mitarbeiter beschäftigt. Die Veräußerung der Raab Karcher Baustoffe bei Stinnes im zweiten Quartal 2000 hatte einen Rückgang der Belegschaft um 6.000 Personen zur Folge. Zusätzlich verringerte sich die Anzahl der Mitarbeiter aufgrund von Restrukturierungsmaßnahmen in fast allen Bereichen. Zu einem Beschäftigungszuwachs führten insbesondere die erstmalige Konsolidierung von EZH bei PreussenElektra (+ 800 Mitarbeiter).

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