In Wilhelmshaven

E.ON plant erstes deutsches Flüssiggas-Terminal

E.ON plant den Bau des ersten deutschen Anlandeterminals für verflüssigtes Erdgas (LNG). Mit ihrer Mehrheitsbeteiligung an der Deutschen Flüssigerdgas Terminal Gesellschaft (DFTG) verfügt die Konzerngesellschaft E.ON Ruhrgas bereits über einen geeigneten Standort in Wilhelmshaven.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Düsseldorf (red) - Wie das Unternehmen mitteilte, werden zunächst im Rahmen einer Machbarkeitsstudie die technischen und wirtschaftlichen Voraussetzungen für die Errichtung der Anlage geprüft. Nach ersten Berechnungen sollen die Investitionen etwa 500 Millionen Euro betragen.

Im Terminal Wilhelmshaven soll verflüssigtes Erdgas, das per Schiff angeliefert wird, wieder in seinen gasförmigen Zustand zurückversetzt und in das deutsche Fernleitungsnetz eingespeist werden. Auf diesem Weg könnten Ende des Jahrzehnts jährlich bis zu 10 Milliarden Kubikmeter Erdgas bezogen werden. Diese Menge entspricht dem Gasbedarf von fast drei Millionen Haushalten, so der Energiekonzern.

Mögliche LNG-Lieferquellen für Europa sind der Nahe Osten sowie West- und Nordafrika. Bereits heute wird nach Unternehmensangaben aus diesen Regionen LNG hauptsächlich nach Japan, Korea, Australien, in die USA sowie in Länder des Mittelmeerraums geliefert. Da der Gasbedarf in Europa künftig weiter steige, zugleich aber die europäische Erdgasförderung rückläufig sei, gewinne LNG für die Gasversorgung Europas zunehmend an Bedeutung.

E.ON-Vorstandsvorsitzender Wulf H. Bernotat: "LNG ist eine vielversprechende Option, mit der wir uns neue Bezugsmöglichkeiten für Erdgas eröffnen. Das geplante Terminal in Wilhelmshaven gibt Deutschland Anschluss an den weltweit wachsenden LNG-Markt. Mit dieser Investition wollen wir insbesondere die Versorgungssicherheit langfristig stärken."

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