19 Prozent mehr Dividende

E.ON nach Rekordjahr weiter auf Wachstumskurs

Bilanzpressekonferenz des Marktführers: E.ON Energie steigert das Betriebsergebnis um über 14 Prozent auf knapp zwei Milliarden Euro. Hinsichtlich der beabsichtigten Ruhrgas-Übernahme rechnet das Unternehmen bis Mitte Juli mit der Ministerentscheidung.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Für den E.ON-Konzern war das vergangene Jahr eigenen Angaben zufolge wirtschaftlich wie auch strategisch ein herausragendes Jahr. "Wir sind unserem Ziel, ein weltweit führender Energiedienstleister zu werden, ein gutes Stück näher gekommen", sagte Vorstandsvorsitzender Ulrich Hartmann heute auf der Bilanzpressekonferenz in Düsseldorf. In einem schwierigen konjunkturellen Umfeld habe das Unternehmen seine hohe Ertragskraft beweisen können. Daher solle die Dividende für 2001 um 19 Prozent auf 1,60 Euro je Aktie erhöht werden. "Das ist gerade in diesen Zeiten eine sehr ansehnliche Steigerung", bilanzierte Hartmann.

Die fortschreitende Konzentration auf das Kerngeschäft Energie hat, wie bereits gestern berichtet, planmäßig zu einem Rückgang des Umsatzes um zehn Prozent auf 79,7 Milliarden Euro geführt. Das Konzern-Betriebsergebnis stieg um 45 Prozent auf 3,6 Milliarden Euro und erreichte damit einen neuen Rekord.

E.ON Energie hat die Trendwende geschafft und das Betriebsergebnis um über 14 Prozent auf knapp zwei Milliarden Euro gesteigert. Der Konzernüberschuss lag mit zwei Milliarden Euro zwar planmäßig unter dem von hohen Sondererträgen aus Unternehmensverkäufen geprägten Vorjahr, fiel aber etwas besser als erwartet aus. "Der Abschluss des vergangenen Jahres hat unsere eigenen Erwartungen um einiges übertroffen. Mit dem Betriebsergebnis 2001 und der beträchtlichen Dividendensteigerung setzt E.ON neue Maßstäbe", sagte Finanzvorstand Erhard Schipporeit.

Nach dem Rekordergebnis 2001 ist E.ON auch für das laufende Jahr optimistisch. Das Betriebsergebnis solle weiter gesteigert werden; der Jahresüberschuss werde deutlich über dem Vorjahr liegen, hieß es.

Auch strategisch hat sich E.ON viel vorgenommen. "E.ON bleibt im Kerngeschäft Energie auf Wachstumskurs", sagte Hartmann. Und weiter: "Die Koordinaten dieses Kurses sind die Stärkung unserer strategischen Position im In- und Ausland, die weitere Verbesserung des Ergebnisses und die Steigerung des Unternehmenswertes".

E.ON hat sich mit Powergen darauf verständigt, die gesellschaftsrechtliche Übernahme im Wege eines so genannten "Scheme of Arrangement" durchzuführen. Durch dieses Verfahren kann E.ON in einem Zug alle Powergen-Aktien übernehmen, wenn eine Dreiviertel-Mehrheit der Aktionäre zustimmt und der High Court in London dieses Votum bestätigt. Am morgigen Freitag findet das erste Hearing beim High Court statt und in etwa vier Wochen eine außerordentliche Hauptversammlung der Powergen-Aktionäre. Als weitere Voraussetzung für den Vollzug der Transaktion steht noch die Genehmigung der US-Börsenaufsicht SEC aus. E.ON hofft, dass die SEC die Übernahme so rechtzeitig genehmigt, dass sie im Mai dieses Jahres abgeschlossen werden kann.

Mit der beabsichtigten Übernahme von Ruhrgas will sich E.ON auch auf dem europäischen Gasmarkt in eine aussichtsreiche Position bringen. Die gesamtwirtschaftlichen Vorteile dieses Zusammenschlusses würden mögliche Wettbewerbsbeschränkungen aufwiegen, hieß es - Ruhrgas könne sich auf internationalen Märkten besser behaupten. Das Unternehmen erhalte einen größeren finanziellen Spielraum, um in Gasproduktion und Pipelines zu investieren und so die Gasbeschaffung auf eine breitere Basis zu stellen. Dies trage maßgeblich zur Sicherung der deutschen Energieversorgung bei und ermögliche dem Verbraucher, vom Wettbewerb zwischen den Gasproduzenten zu profitieren. Zudem würden Wertschöpfung und Beschäftigung im Inland gesichert. Aus diesen Gründen habe E.ON die Ministererlaubnis beantragt - diesbezüglich rechnet man bis Mitte Juli mit einer Entscheidung des Bundeswirtschaftsministeriums.

Die Fokussierung auf das Kerngeschäft Energie hat E.ON mit ungebremster Dynamik vorangetrieben. Der Konzern hat sich im vergangenen Jahr von Viag-Interkom, Klöckner und Co, MEMC und VAW aluminium getrennt. Im Februar dieses Jahres hat BP die Mehrheit an Veba Oel übernommen. Insgesamt hat E.ON seit der Fusion von Veba und Viag rund 45 Milliarden Euro Umsatz abgegeben und etwa 27 Milliarden Euro aus Desinvestitionen erlöst.

Der EU-Gipfel in Barcelona am vergangenen Wochenende sei ein positives Signal für die weitere Liberalisierung der europäischen Energiemärkte gewesen - schließlich würden in zwei Jahren europäische Industrie- und Gewerbekunden ihre Strom- und Gaslieferanten frei wählen können. "Die seit langem von uns geforderte Angleichung der Wettbewerbsverhältnisse in Europa rückt damit einen wesentlichen Schritt näher", erklärte Hartmann. "Ich hoffe, dass nach den Wahlen in Frankreich auch eine Verständigung über die vollständige Marktöffnung bei den Haushaltskunden erzielt werden kann".

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