"Pro+"-Modell

E.ON legt Modell für Anreizregulierung vor

Gemeinsam mit den Beratungsunternehmen "E-Bridge Consulting" und "The Brattle Group" hat der Energieriese E.ON ein eigenes Regulierungsmodell vorgelegt und greift damit dem Anreizmodell vor, das die Bundesnetzagentur bis 2007 erarbeiten soll. Das "Pro+"-Modell soll zwei wesentliche Ziele verbinden.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Düsseldorf (red) - Der Energiekonzern E.ON hat mit den Beratungsunternehmen "E-Bridge Consulting" und "The Brattle Group" ein Produktivitätssteigerungsmodell ("Pro+"-Modell) für die deutschen Strom- und Gasverteilnetze sowie die Stromübertragungsnetze erarbeitet. Es greift dem Modell zur Anreizregulierung vor, das die Bundesnetzagentur bis 2007 erarbeiten soll.

Dieser Vorschlag des Versorgers soll zwei wesentliche Ziele verbinden: Einerseits sollen die Netzbetreiber ihre Produktivität steigern, damit die Kosten für den Netzbetrieb - und damit auch die Netzentgelte - sinken können, andererseits soll die Versorgungssicherheit durch die Berücksichtigung von Investitionen in die Netze gewährleistet werden. Erfahrungen aus Ländern wie Großbritannien würden zeigen, dass eine Regulierung, die einseitig auf Kostensenkung setzt, zu kurz greift, erläuterte E.ON seine Initiative. Der hauseigene Vorschlag setze daher auf eine ausgewogene Berücksichtung von Kostenreduktion und Versorgungssicherheit und sehe vor, aus Investitionen resultierende Kapitalkosten und Betriebskosten unterschiedlich zu behandeln.

Nach dem "Pro+"-Modell von E.ON stimmt jeder Netzbetreiber dazu mit der Bundesnetzagentur sein Investitionsbudget ab. Die im Rahmen des jeweiligen Budgets anfallenden Kapitalkosten fließen dann in die Berechnung der Netzentgelte ein. Die Netzbetreiber würden so die notwendige Investitionssicherheit erhalten.

Bei den Betriebskosten will der E.ON-Vorschlag gezielte Anreize für eine ständige Verringerung setzen. Hierzu werden laut E.ON den Netzbetreibern Höchstgrenzen für Betriebskosten vorgegeben. Diese würden dann kontinuierlich in Höhe der durchschnittlichen Produktivitätssteigerung aller vergleichbaren Netzbetreiber abgesenkt. Für den einzelnen Netzbetreiber ergebe sich daraus der Anreiz, seine Produktivität überdurchschnittlich zu steigern, weil die Gewinne aus Unterschreitungen dieser Höchstgrenzen bei ihm verbleiben. So entstehe zwischen den Netzbetreibern ein Wettbewerb, von dem die Netzkunden durch sinkende Entgelte profitieren.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Gaspreise

    Gaspreis: Die Bundesländer im Vergleich

    Die Gaspreise klaffen bundesweit stark auseinander. Laut dem Verivox-Verbraucherpreisindex kann der Preisunterschied beim Gas zwischen den Bundesländern bis zu 35 Prozent betragen. Demnach zahlen die Saarländer am meisten für ihr Gas. In den Stadtstaaten sollen die Preise am niedrigsten sein.

  • Hotspot

    Warum Mobilfunk in Deutschland teurer ist

    Die Terminierungsentgelte liegen in Deutschland vergleichsweise hoch, wodurch die Mobilfunkpreise deutlich höher sind als in anderen europäischen Ländern. Im April schaltete sich die EU-Kommission diesbezüglich ein.

  • Energieversorung

    LichtBlick begrüßt neues EnWG

    Der Hamburger Ökostromanbieter LichtBlick begrüßt das Inkrafttreten des neuen Energiewirtschaftsgesetzes. "Das gescheiterte Experiment des sogenannten verhandelten Netzzugangs wird morgen endlich offiziell beerdigt", kommentierte Heiko von Tschischwitz, Geschäftsführer des Stromversorgers.

  • Hochspannungsmasten

    Heute im Bundesanzeiger: Das neue EnWG tritt in Kraft

    Die letzten formalen Hürden sind genommen, das neue Energiewirtschaftsgesetz kann in Kraft treten. Ein Anfang, allerdings kein Allheilmittel gegen steigende Energiepreise. Denn auch wenn die Bundesnetzagentur als erste Amtshandlung die Netzentgelte überprüft, wird es schnelle Preissenkungen nicht geben.

  • Strom sparen

    Kurth fordert Geduld: "Systemwechsel braucht Zeit"

    Zum 1. August wird die Bundesnetzagentur ihre Arbeit aufnehmen und dann als erstes die Netznutzungsentgelte der deutschen Energieversorger überprüfen. Dennoch wird es wohl in diesem Jahr keine Preissenkungen mehr geben, sagte der Agenturchef Matthias Kurth. Erste Entscheidungen seien für Mai 2006 zu erwarten.

Top