Mehrheitsbeteiligung

E.ON-Konzern baut Marktposition in Mittel- und Osteuropa aus

Die E.ON Ruhrgas AG hat für 303 Millionen Euro eine Beteiligung von 51 Prozent am zuvor staatlichen rumänischen Gasverteiler Distrigaz Nord erworben. E.ON will damit seine Gasposition in Mittel- und Osteuropa weiter ausbauen und zugleich die dortige Gaswirtschaft auf den angestrebten EU-Beitritt vorbereiten.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Essen/Bukarest (red) - Die E.ON Ruhrgas AG hat mit dem rumänischen Wirtschaftsministerium in Bukarest eine Vereinbarung über den Erwerb einer Mehrheitsbeteiligung am Gasverteiler Distrigaz Nord abgeschlossen. Dies entspreche laut eigenen Aussagen der Strategie des Konzerns, seine Marktposition in Mittel- und Osteuropa durch gezielte Zukäufe zu stärken.

Durch die Privatisierung erwirbt E.ON Ruhrgas zunächst für 125 Millionen Euro eine 30-prozentige Beteiligung an Distrigaz Nord, die im Zuge einer festgelegten Kapitalerhöhung von 178 Millionen Euro auf 51 Prozent erhöht wird. Die restlichen 49 Prozent des Aktienkapitals verbleiben im Staatsbesitz. Die Transaktion steht unter der aufschiebenden Bedingung der Zustimmung der rumänischen Kartellbehörden. "Mit der Übernahme der Mehrheitsbeteiligung an Distrigaz Nord können wir unsere Gasposition in Mittel- und Osteuropa wesentlich ausbauen", sagte Dr. Burckhard Bergmann, Vorsitzender des Vorstands der E.ON Ruhrgas AG und Mitglied des Vorstands der E.ON AG.

Die bisher zu 100 Prozent staatliche regionale Gasgesellschaft Distrigaz Nord sei für den Handel und die Distribution von Erdgas im nördlichen Teil Rumäniens zuständig. Sie versorge etwa eine Million Kunden mit Erdgas und betreibe ein rund 17.000 Kilometer langes Gasleitungsnetz. Erdgas ist mit einem Anteil von 37 Prozent der bedeutendste Primärenergieträger Rumäniens. Der Erdgasbedarf des Landes werde heute zu rund 70 Prozent aus eigenen Quellen gedeckt, die allerdings rückläufig seien. Rund 30 Prozent des Erdgases werden aus Russland importiert.

Bergmann dazu: "Die rumänische Gaswirtschaft steht vor erheblichen Herausforderungen: Der Investitionsbedarf ist hoch und die Importabhängigkeit wächst. Gleichzeitig will auch die Gaswirtschaft sich auf den angestrebten EU-Beitritt des Landes vorbereiten." E.ON Ruhrgas wolle "für Distrigaz Nord nicht nur neuer Mehrheitseigentümer, sondern vor allem ein guter Partner auf dem Weg in die Marktwirtschaft sein", so Bergmann weiter.

Ulrich Schöler, Sprecher des Vorstands der E.ON Ruhrgas International AG freut sich, "dass unser Angebot die rumänische Regierung überzeugt hat. Wir werden unser Know-how für Distrigaz Nord nutzen, um das Unternehmen auf den Wettbewerb in der EU vorzubereiten und die Effizienz und Profitabilität zu verbessern. Dabei wollen wir auf die Erfahrungen eines rumänischen Managements und das Engagement der Mitarbeiter setzen."

Neben Distrigaz Nord ist E.ON Ruhrgas in Rumänien bereits an dem Strom- und Wärmeproduzenten CCNE und an dem Gasversorger S.C. Congaz S.A. beteiligt.

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