Bilanz

E.ON Hanse: Solides Ergebnis auf Vorjahresniveau

Die E.ON Hanse AG hat ihr erstes "echtes" Geschäftsjahr nach der Fusion von Schleswag, Hein Gas und Hanse Gas im September 2003 erfolgreich abgeschlossen. Bei einem Umsatz von 2,4 Milliarden Euro erwirtschaftete das Unternehmen in 2004 einen Jahresüberschuss von 122,8 Millionen Euro.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Hamburg (red) - "Bereinigt um Sondereffekte wie den fusionsbedingten Verschmelzungsverlust des Jahres 2003 haben wir ein solides Ergebnis in etwa auf Vorjahresniveau erzielt", kommentierte der Vorstandsvorsitzende der E.ON Hanse, Hans-Jakob Tiessen, bei der Bilanzpressekonferenz des Unternehmens in Hamburg. Dieses Ergebnis sei zufriedenstellend, aber auch notwendig, um weiterhin in angemessenem Umfang in die Versorgungszuverlässigkeit investieren zu können.

"Der wirtschaftliche Erfolg der E.ON Hanse ist zu einem wesentlichen Teil das Resultat einer verbesserten Effizienz infolge der Fusion. Dabei bauen wir auf die Leistungsstärke unseres Unternehmens und das Engagement unserer Mitarbeiter", hob Tiessen hervor. Finanzvorstand Dirk Rüggen kritisierte gleichzeitig die hohe staatliche Belastung der Energiepreise. Auch die im Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz und im Erneuerbare-Energien-Gesetz verankerten stillen Subventionen würden zu einem stetigen Anstieg der Bezugskosten führen.

Das Stromgeschäft zeichnete sich wie auch in den Jahren zuvor durch einen weitgehend konstanten Absatz aus. Im Jahr 2004 stieg der Absatz um zwei Prozent auf 12.436 Gigawattstunden leicht an. Damit wurden abzüglich der Stromsteuer knapp 1,066 Milliarden Euro Umsatzerlöse erzielt (Vorjahr 974 Millionen Euro). Der Strom aus regenerativen Energiequellen mache einen immer größeren Anteil am gesamten Stromabsatz aus, der Absatz an konventionell erzeugtem Strom hingegen sei rückläufig. Im Jahr 2004 waren bereits Windkraftanlagen mit einer Leistung von insgesamt 2154 Megawatt im Netzgebiet der E.ON Hanse installiert (1999: 800 Megawatt). Da bis zum Jahr 2006 mit einer installierten Leistung von etwa 2500 Megawatt zu rechnen sei, müsse Zu- und Ausbau weiterer Leitungstrassen dringend vorangetrieben werden. Um den Windstrom zu den Verbrauchsorten abtransportieren zu können, plant die E.ON Netz GmbH den Ausbau des Hochspannungsnetzes in Schleswig-Holstein um insgesamt 110 Kilometer. Die Projekte Breklum-Flensburg und Heide-Pöschendorf befinden sich derzeit im Planfeststellungsverfahren mit integrierter Umweltverträglichkeitsprüfung, das Projekt Lübeck-Göhl im Raumordnungsverfahren.

"Wir setzen alles daran, um die hohe Versorgungszuverlässigkeit auch künftig zu gewährleisten. Aber dafür brauchen wir verlässliche Rahmenbedingungen, die auch Investitionsanreize bieten. Die staatliche Entgelt-Regulierung darf nicht zur Folge haben, dass die gerade in unserer Branche sich nur langfristig amortisierenden Investitionen in Netze und Anlagen nicht mehr wirtschaftlich sind. Und deshalb setzen wir auf einen schnellen und konstruktiven Abschluss des Vermittlungsverfahrens zum Energiewirtschaftsgesetz", sagte Hans-Jakob Tiessen abschließend.

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