Plus Investitionsoffensive

E.ON Energie will Gaspreise anheben

E.ON Energie plant im laufenden Jahr keine weiteren Erhöhung der Strompreise für Privatkunden, sagte der Vorstandsvorsitzende Johannes Teyssen am Donnerstag auf der Jahrespressekonferenz in München. Beim Erdgas würden allerdings weitere Preissteigerungen erfolgen. Er kündigte auch eine "Investitionsoffensive" an.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

München (ddp/sm) - Der zweitgrößte deutsche Energieversorger E.ON Energie will in den nächsten Jahren eine Investitionsoffensive starten. Bis 2007 seien Ausgaben von knapp 6,8 Milliarden Euro geplant, sagte Vorstandschef Johannes Teyssen heute in München. Der Großteil dieser Summe werde in den Erhalt und Ausbau der Energieinfrastruktur fließen. Unter anderem seien zwei neue Kraftwerke mit einer Kapazität von insgesamt 1800 Megawatt geplant. Gleichzeitig kündigte er weitere Erhöhungen bei den Gaspreisen an. Bei den Stromkosten soll es hingegen in diesem Jahr keine Anhebungen mehr geben.

Im bayerischen Irsching bei Ingolstadt ist den Angaben zufolge ein neues emissionsarmes 800-Megawatt-Gas- und Dampf-Kraftwerk geplant. Es soll bereits ab Sommer 2008 Strom liefern. Am selben Standort wird bis 2007 eine Gasturbinenanlage errichtet, die später zu einem eigenständigen Kraftwerk ausgebaut werden kann. Ein drittes Projekt will E.ON-Energie im nordrhein-westfälischen Datteln ansiedeln. Dort soll bis 2011 ein 1000-Megawatt-Steinkohlekraftwerk ans Netz gehen. Die ersten Genehmigungsverfahren seien bereits angelaufen. Gemeinsam werden die drei Projekte rund 1,6 Milliarden bis 1,8 Milliarden Euro kosten.

Die gesamte deutsche Energiebranche kündigte bis zum Jahr 2010 Investitionen in Kraftwerke und Netze in einer Größenordnung von fast 20 Milliarden Euro an. Auch wenn der Versorger zurzeit nur seine Ausgaben nur bis 2007 konkret beziffern könne, sei aber davon auszugehen, dass E.ON Energie einen bedeutenden Anteil an der gesamten Summe übernehmen werde, hieß es. Wachstumspotenzial sieht das Unternehmen vor allem in Osteuropa, wo ein weiterer Ausbau der Kapazitäten vorgesehen ist.

E.ON Energie ist innerhalb des Energiekonzerns E.ON für das Strom- und Gasgeschäft zuständig und versorgt konzernweit knapp 17 Millionen Kunden. Ihnen stellte Teyssen weitere Preiserhöhungen bei Erdgas in Aussicht. Er begründete das mit den anhaltend steigenden Importpreisen. So habe der Grenzübergangspreis für Erdgas in den ersten vier Monaten dieses Jahres um 32 Prozent angezogen.

Vor dem Hintergrund der bevorstehenden Neuwahlen betonte der Vorstandschef, die Investitionen in dieser Dekade würden umgesetzt, egal welche politische Richtung im Bund eingeschlagen werde. Auch eine Änderung der rot-grünen Beschlüsse für einen Atomausstieg werde sich nicht negativ auf die Investitionssumme auswirken. Es sei falsch zu behaupten, dass längere Laufzeiten für die Atomkraftwerke Investitionen verhindern würden, sagte Teyssen. "Unabhängig vom Ausgang der Bundestagswahl erhoffen wir uns von der neuen Bundesregierung ein schlüssiges und langfristiges Energiekonzept", mahnte er.

Von Ralf Beunink

Das könnte Sie auch interessieren
  • Stromvergleich

    Strompreise steigen vielfach zum Jahreswechsel

    Die Strompreise steigen zum neuen Jahr bei vielen Versorgern. Dem Portal Verivox zufolge haben gut 250 Stromanbieter angekündigt, die Preise zu erhöhen. Niedrigere Preise sind dagegen nur bei wenigen Anbietern zu erwarten.

  • Stromvergleich

    Mehrwertsteuer beim Strom: Staat kassiert rund 6 Milliarden Euro

    Strom ist in den letzten Jahren immer teurer geworden. Das liegt aber nicht nur an den Stromanbietern. Einen großen Teil des Strompreises machen nämlich Steuern und Abgaben aus.

  • Hochspannungsmasten

    Erdgas: Innerhalb eines Jahres fast ein Drittel teurer

    Die aktuelle VEA-Studie hat 39 Versorgungsgebiete näher untersucht und dabei Preisunterschiede von knapp 30 Prozent zwischen günstigstem und teuerstem Versorger festgestellt. Die Preiserhöhungen für den Kunden seien dabei wesentlich höher ausgefallen als die Steigerungen bei den Importpreisen der Energieversorger.

  • Strom sparen

    NE-Metallindustrie: Beitrag der Energiebranche zur Standortsicherung überfällig

    Auf dem diesjährigen Jahrestreffen der WirtschaftsVereinigung Metalle (WVM) forderte die Nicht-Eisen-Metallindustrie die Stromerzeuger auf, die Strompreise für die Industrie dem internationalem Wettbewerb anzupassen. Der Kostenvorteil aus abgeschriebenen Kraftwerken müsse der Industrie zu gute kommen.

  • Stromnetz Ausbau

    Neue Energieanbieter für rasche Umsetzung der EnWG-Novelle

    Vor einer weiteren Verzögerung im EnWG-Novellierungsverfahren warnt auch der Bundesverband Neuer Energieanbieter (bne). Für einen funktionsfähigen Wettbewerb auf den Energiemärkten seien diskriminierungsfreie Netznutzungsbedingungen und Netzzugangsentgelte dringend notwendig.

Top