Verlängert

E.ON darf trotz Vogelzugs weiter Kabel im Watt verlegen

Trotz des schon begonnenen Vogelzugs darf der Strombetreiber E.ON-Netz seine Bauarbeiten für den Offshore-Windpark "alpha ventus" im Nationalpark Wattenmeer vor Norderney bis Ende September fortsetzen. Umweltschützer kritisierten dies heftig.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Norden (ddp/sm) - Der Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küstenschutz und Naturschutz (NLWKN) verlängerte am Dienstag die Baugenehmigung für das zu verlegende Stromkabel vom Festland durch das Watt bis zur Insel Norderney in mehreren Stufen, wie Nationalparkleiter Peter Südbeck auf ddp-Anfrage sagte.

Die von Umweltschützern stark kritisierten Fräsarbeiten für den Kabelgraben im sensiblen Wattenmeer seien innerhalb der Genehmigungsfrist fertiggestellt worden, sagte Südbeck. Die Frist war am Freitag abgelaufen, am Wochenende hatten die Behörden die Arbeiten noch weiter geduldet. Insgesamt müssten nun noch 600 Meter Kabel verlegt werden, davon 100 Meter im Watt und 500 Meter auf der Insel Norderney.

Bis zum 30. September müssen alle Arbeiten im Watt abgeschlossen sein. Am Strand vor Norderney darf E.ON-Netz nur bis zum 26. September weiterarbeiten und bis zum 15. Oktober muss die Kabelverlegung auf der Insel Norderney beendet sein.

Umweltschützer üben heftige Kritik am Ausmaß der Bauarbeiten im Watt und sehen den Zug von Wildvögeln sowie schützenswerten Lebensraum für Meerestiere durch die Bildung künstlicher Priele bedroht. Deswegen auch sei man mit E.ON-Netz wegen "erhöhter Kompensationsforderungen" im Gespräch, sagte Südbeck.

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