Energiepolitik aus einer Hand

E.ON-Chef will Energieministerium für Deutschland

Kurz vor der Bundestagswahl hat E.ON-Chef Wulf Bernotat die Energiepolitik der Bundesregierung deutlich kritisiert. Um diese künftig aus einer Hand zu koordinieren, fordert der Vorstandschef ein eigenes Energieministerium nach der Wahl.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/red) - "Wir brauchen eine Energiepolitik aus einer Hand und mit einem klaren Konzept. Es hilft nichts, wenn es immer einseitig mal nur um Klimaschutz, mal nur um die Versorgungssicherheit und dann nur um die Preisentwicklung geht", sagte Bernotat der Bild-Zeitung. Die zwischen Umwelt- und im Wirtschaftsministerium geteilte Zuständigkeit für Energiefragen sei nicht hilfreich. "Deshalb brauchen wir endlich ein Energieministerium", verlangte Bernotat.

Kein energiepolitisches Konzept

Der E.ON-Vorstandschef übte zudem deutliche Kritik an der Energiepolitik der Bundesregierung: "Ich vermisse seit mehr als 20 Jahren ein klares energiepolitisches Konzept für Deutschland. Die Kanzlerin tritt mit Recht für einen breiten Mix und längere Laufzeiten für Kernkraftwerke ein. Ein schlüssiges Energiekonzept für die Zukunft hat diese Regierung aber noch nicht erarbeitet."

Elektroauto-Ziele nicht ehrgeizig

Für "nicht sehr ehrgeizig" hält Bernotat das Ziel der Regierung, eine Million Elektroautos auf deutsche Straßen zu bringen: "Wir könnten bis 2020 deutlich mehr Elektroautos haben."

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