Nabucco-Pipeline

E.ON-Chef Bernotat prüft Gasbezug aus dem Iran

E.ON-Chef Wulf Bernotat will trotz politischer Bedenken die Möglichkeit prüfen, Gas aus dem Iran zu beziehen. "Es lässt sich nicht leugnen, dass im Iran die zweitgrößten Gasreserven der Welt liegen", sagte Bernotat im Gespräch mit dem "Handelsblatt" (Montagsausgabe).

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Düsseldorf (ddp/sm) - Dieses Gas werde einen Markt finden. Es gebe eine Reihe von Ländern, die weniger politische Bedenken hätten als sie in Europa oder bei den Amerikanern herrschten.

Ob sich Projekte im Iran letztlich realisieren lassen, sei zwar unsicher. "Wir müssen aber die kommerziellen Möglichkeiten für eine Zusammenarbeit zumindest ausloten", sagte der Manager. Eine Option sei die geplante "Nabucco-Pipeline", die Gas aus dem Iran nach Europa bringen soll. "Diese Option prüfen wir", sagte Bernotat.

Spätestens nach dem Streit zwischen der Ukraine und Russland um Gaslieferungen, habe auch jeder Verbraucher gespürt, dass der Zugang zu den immer knapper werdenden Ressourcen ein wichtiges Thema sei. Damit hat dieser Streit nach den Worten von Bernotat auch seine gute Seite gehabt: "Es war ein Weckruf - und der war meiner Meinung nach richtig gut." Zwar sei die Gasversorgung für Deutschland sicher, doch eine Selbstverständlichkeit sei das nicht.

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