Bilanz 2002

E.ON Bayern: Wirtschaftlicher Erfolg trotz rauhen Wettbewerbs

Der Vorstandsvorsitzende von E.ON Bayern, Dr. Peter Deml, blickte in der gestrigen Hauptversammlung auf ein erfolgreiches vergangenes Geschäftsjahr zurück. Gleichzeitig warnte er vor zu starkem Einfluss einer Regulierungsbehörde: "Der Gesetzgeber übernimmt mit dem Regulierer auch die Verantwortung für Versorgungssicherheit und Arbeitsplätze."

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Unter dem Motto "Stabilisierung und Konsolidierung im ersten vollständigen Geschäftsjahr" hat der Vorstandsvorsitzende der E.ON Bayern AG, Dr. Peter Deml, kürzlich Bilanz des Geschäftsjahres 2002 gezogen. "Die E.ON Bayern AG ist nach eineinhalb Jahren ihres Bestehens ein weithin bekanntes, in jeder Hinsicht stabiles und leistungsfähiges Unternehmen", urteilte der Vorstandschef des Energiedienstleisters anlässlich der diesjährigen Hauptversammlung. Ein Stromabsatz in Höhe von knapp 30 Milliarden Kilowattstunden hat dem Unternehmen nach den Worten Dr. Demls weiterhin Platz eins in der bayerischen Stromlandschaft beschert.

Zum Jahresbeginn 2002 habe es starke strukturelle Veränderungen im Unternehmen gegeben. Bezüglich des Jahresabschlusses sei daher ein Vergleich mit dem Vorjahr kaum möglich. Dr. Peter Deml: "Die Umsatzerlöse in 2002 lagen bei rund 2,4 Milliarden Euro. Das Jahresergebnis beträgt 152,2 Millionen Euro." Klammere man die strukturellen Veränderungen aus und richte den Blick auf das operative Betriebsergebnis - Gradmesser des operativen Erfolgs - so konnte dieses gegenüber dem Vorjahr deutlich verbessert werden.

Trotz aller vertrieblicher Erfolge sei der deutsche Strommarkt ein Markt mit relativ geringen Wachstumsraten und Margen. Dr. Deml: "Für uns kann das nur heißen, dass wir nach Wachstumsperspektiven Ausschau halten." Diese bestünden zum einen in der Erweiterung des Operationsgebietes im klassischen Stromgeschäft und in neuen Aktivitäten, insbesondere dem Gas- und Wärmemarkt sowie dem Wassergeschäft. "Im klassischen Stromgeschäft stehen wir vor einer beträchtlichen Erweiterung unserer Gebietskulisse. Von der Schwestergesellschaft Thüga AG werden wir zum Jahresbeginn 2004 die Stromversorgungen Berchtesgadener Land, Rotthalmünster und Frankenwald übernehmen und damit rund 100 000 Kunden dazugewinnen", blickt der E.ON Bayern-Vorstandsvorsitzende auf das kommende Jahr.

"Die ordnungspolitischen Einflüsse auf die Stromwirtschaft nehmen zu", beurteilte Deml die geplante Einrichtung einer Regulierungsbehörde. "Mit vielen anderen teilen wir aber die Sorge, dass die Einrichtung dieser neuen Behörde den Eckzielen der Liberalisierung, nämlich weniger Bürokratie und mehr Markt, zuwiderläuft", so Deml weiter. Sollte der Regulierer zudem unangemessen niedrige Netznutzungsentgelte verordnen, müssten die Betreiber ihre Netzinvestitionen zurückfahren, wodurch wiederum Arbeitsplätze bei den Auftragnehmern zu wackeln beginnen würden. Der E.ON Bayern-Chef warnt: "Der Gesetzgeber übernimmt mit dem Regulierer auch die Verantwortung für Versorgungssicherheit und Arbeitsplätze."

Im Rahmen der Hauptversammlung wurde die Übertragung der Aktien der Minderheitsaktionäre der E.ON Bayern AG auf die E.ON Energie AG - ein sogenanntes Squeeze Out - mit 97,5 Prozent des Grundkapitals beschlossen. Der Hauptaktionär E.ON Energie begründete diesen Schritt mit dem geringen Streubesitz von 2,67 Prozent. Allein der regelmäßige Aufwand für die Vorbereitung und Durchführung von Hauptversammlungen stehe in keinem vernünftigen Verhältnis zur geringen Zahl der außenstehenden Aktionäre mehr. Alternativ zum Abfindungsangebot hätten die außenstehenden Aktionäre die Möglichkeit, ihre E.ON Bayern-Aktien in Aktien der E.ON AG umzutauschen.

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