Stabwechsel

E.ON als Hauptpartner für EPR-Reaktor im Gespräch

Der Energiekonzern E.ON könnte als Hauptpartner des französischen Stromriesen EDF beim Bau der dritten Generation eines Atomkraftwerks im nordwestfranzösischen Penly einsteigen. Der Stromanbieter könnte damit den Platz des französischen Konzerns GDF Suez einnehmen.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Paris (afp/red) - Der französische Stromanbieter will sich aus dem Projekt des Europäischen Druckwasserreaktors (EPR) zurückziehen, wie die Zeitung "Le Figaro" am Mittwoch berichtete. E.ON halte bereits acht Prozent der Anteile der Gesellschaft zum Bau des EPR. GDF Suez hält bisher 25 Prozent, EDF knapp über 50 Prozent. Ein E.ON-Sprecher wollte den Zeitungsbericht nicht kommentieren. Er verwies lediglich darauf, dass der Stromanbieter schon früher deutlich gemacht habe, "dass wir grundsätzlich an einer Beteiligung interessiert sind".

Der EPR gilt als leistungsfähiger und sicherer als bisherige Atommeiler. Frankreich, das rund vier Fünftel seines Stroms in Atomkraftwerken erzeugt, will damit alte Kraftwerke ersetzen und setzt große Hoffnungen in den Export der Technik. Derzeit soll neben einem EPR-Reaktor in Flamanville am Ärmelkanal der weitere in Penly gebaut werden. Der erste EPR-Reaktor überhaupt entsteht in Finnland, statt Mitte vergangenen Jahres geht er wohl frühestens Ende 2012 ans Netz.

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