e.dis Nord blockiert Windkraft-Ausbau

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com
"Wir kennen derzeit bundesweit keinen anderen Energieversorger, der so hartnäckig wie die e.dis Energie Nord den Windkraft-Ausbau behindert", klagt Hermann Albers, Vizepräsident des Bundesverbandes WindEnergie (BWE). Nach einem Bericht des heute erscheinenden BWE-Magazins "Neue Energie" liegen derzeit im Netzgebiet der norddeutschen Energieversorger mehr als zwei Dutzend Windparks mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von 500 Millionen Mark auf Eis.


Das Vorgehen der e.dis, auf das Investoren und Windkraftplaner zwischen der Ostsee und den südlichen Regionen Brandenburgs treffen, ähnele sich: Der Netzanschluss der Windturbinen würde immer wieder verzögert, die Planungen für den Netzanschluss seien zudem überteuert. Auf Briefe und Eingaben reagiere die e.dis nur in den seltensten Fällen. "Wir kennen auch Windmüller, die seit acht Monaten auf die ihr von der e.dis gesetzlich zustehende Einspeisevergütung warten", nennt BWE-Vize Albers ein weiteres Beispiel für die Blockadehaltung des Regionalversorgers. Der Bundesverband WindEnergie plant deshalb für den 28. September in Berlin ein Treffen der e.dis-Geschädigten. Eingeladen dazu werden Windanlagen-Betreiber, Investoren, Juristen, Politiker der Bundestagsfraktionen und des Bundeswirtschaftsministeriums. "Die e.dis tritt das Erneuerbare-Energien-Gesetz, mit dem die Bundesregierung den Ausbau der regenerativen Energien beschlossen hat, mit Füssen, was sich die Politik nicht länger gefallen lassen kann", begründet Hermann Albers das bevorstehende Treffen.


Mittlerweile mehrten sich die gerichtliche Klagen von Windmüllern gegen die e.dis. So vertrete allein der in Berlin tätige Anwalt Dr. Reinhard Nierer an die 20 Fälle gegen den Regionalversorger. Seine Erfahrungen mit dem Regionalversorger aus Fürstenwalde fasst der promovierte Jurist so zusammen: "Ich will keine Eigenwerbung für meinen Berufsstand machen, wer als Windkraft-Planer der e.dis ohne anwaltlichen Beistand gegenüber tritt, ist schlichtweg naiv." Um die Blockadehaltung einiger Netzbetreiber zu verhindern, ist nach Ansicht des BWE die Einrichtung einer bundesweit tätigen Clearingstelle notwendig. Eine solche Schlichterstelle soll im Herbst diesen Jahres im Bundeswirtschaftsministerium eingerichtet werden. Der BWE verspricht sich von der Clearingstelle mit Sitz in Berlin, dass endlich verbindliche Standards für den Anschluss von Windenergieanlagen an das Stromnetz festgelegt und überprüft werden.

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