Statement

DUH sieht "Hysterie" bei Debatte um Energiesparlampen

Der Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe (DUH), Jürgen Resch, hat eine flächendeckende Rücknahmepflicht für Energiesparlampen gefordert. Seine Organisation sei "hochgradig unzufrieden mit der Sammelquote", sagte er am Montag in Berlin. Denkbar seien ein Pfandsystem oder Rücknahmeprämien.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (dapd/red) - Er wies die Bedenken gegenüber den Energiesparlampen zurück; es gebe in Deutschland eine "teilweise hysterische Diskussion". Die Lampen seien sehr gut geeignet, bei geringen Kosten viel Strom zu sparen.

Der Kinderarzt Karl Ernst von Mühlendahl erklärte, Gesundheitsbedenken wegen des in Energiesparlampen enthaltenen Quecksilbers seien unbegründet. Dafür sei die Menge zu gering. Im Vergleich zu Quecksilber-Fieberthermometern enthielten sie eine mehrere hundertmal geringere Menge. Wenn eine Lampe zerbreche, solle man das Zimmer einige Minuten lüften, die Scherben zusammenkehren und fachgerecht entsorgen, sie also nicht in die normale Mülltonne werfen. Dann bestehe keine Gefahr.

Jede zweite Lampe werde nicht fachgerecht entsorgt

Christian Ludwig, Geschäftsführer von Lightcycle Retourlogistik, einem Recyclingunternehmen für Energiesparlampen, erklärte, dass schätzungsweise etwa jede zweite der effizienten Glühbirnen fachgerecht entsorgt werde. Er wies darauf hin, dass defekte Energiesparlampen nicht in den Hausmüll gehörten, auch nicht in die Wertstofftonne. Stattdessen müssten sie in einem Wertstoffhof oder beim Fachhandel abgeben werden.

DUH sieht ein hohes Maß an Aufregung

Die DUH wies daraufhin, dass von diesem Herbst an herkömmliche Glühlampen mit 60 Watt nicht mehr verkauft werden dürfen. DUH-Mitarbeiter Gerd Rosenkranz sagte, dass Energiesparlampen nicht annähernd so viel Quecksilber enthielten, wie durch die Stromeinsparung vermieden werde. Denn bei der Stromerzeugung mit Kohle entstehe Quecksilber. Die Vorbehalte vieler Bürger seien unbegründet. "Wenn bei einem Thema eine solche Aufregung aufkommt, wie es teilweise war, dann werden wir die Energiewende nicht schaffen", sagte Rosenkranz.

Das könnte Sie auch interessieren
  • LED Lampe

    BGH: Zu viel Quecksilber ist keine Bagatelle

    Energiesparlampen, die die Grenzwerte für Quecksilber überschreiten, dürfen nicht verkauft werden. In letzter Instanz bestätigte der BGH ein Vertriebsverbot. Bei einem Test waren zwei Lampen eines Herstellers durchgefallen.

  • Stromrechnung

    Talfahrt bei RWE und Eon: Gibt es noch Lichtblicke?

    Die beiden Stromriesen RWE und Eon stecken in der Klemme. Beim Umstieg auf erneuerbare Energien hinken beide Firmen hinterher. Werden das bald die Stromkunden mit steigenden Preisen ausbaden müssen?

  • Strompreise

    Stadtwerke und Kommunen rüsten sich für Energiewende

    Stadtwerke und private Unternehmen wollen bei der Energiewende in Deutschland vorne mitmischen. Gerade die Kommunen, die sich schon im Abseits sahen, wittern ihre Chance. Der Ökostrom-Branchenverband BEE erwartet Milliardeninvestitionen und deutliche Arbeitsplatzzuwächse.

  • Stromtarife

    Stromerzeugung: Kohle und Kernenergie weiter vorn

    Kohle und Kernenergie waren auch im vergangenen Jahr die wichtigsten Energieträger in der Stromwirtschaft. Erneuerbare Energien konnten ihren Anteil am Erzeugungsmix auf rund 16 Prozent steigern, so der Branchenverband BDEW. Das sei erfreulich, zeige aber auch, dass konventionelle Kraftwerke unverzichtbar seien.

  • Energieversorung

    Guter Vorsatz fürs neue Jahr: Strom sparen

    Am 1. Januar nimmt man sich gerne gute Vorsätze fürs neue Jahr. Doch dabei muss es nicht nur darum gehen, mit dem Rauchen aufzuhören oder mehr Sport zu treiben. Wie wäre es mit dem guten Vorsatz, den Stromverbrauch unter die Lupe zu nehmen und Strom zu sparen? Damit lässt sich gleichzeitig auch Geld sparen.

Top