Kosten sparen

DUH: Kommunen verschwenden Energie (und Geld)

Mit heute verfügbarer Technik, ein wenig Organisation und geschicktem Management könnten deutsche Kommunen bis zu 30 Prozent ihrer jährlichen Energiekosten einsparen und nebenbei das Klima entlasten. Das ergab eine Detailanalyse des von der DUH initiierten Wettbewerbs "Energiesparkommune".

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Radolfzell (red) - Städte und Gemeinden könnten ihre Etats um bis zu 600 Millionen Euro jährlich entlasten, wenn sie die Möglichkeiten zur Energieeinsparung in den kommunalen Liegenschaften ausschöpfen würden. Das ist ein Resultat der Detailanalyse des kürzlich von der Deutschen Umwelthilfe (DUH) durchgeführten Wettbewerbes "Energiesparkommune", den das Bundesumweltministerium und das Umweltbundesamt fördern.

Der Praxistest bewies, dass deutsche Kommunen mit heute verfügbarer Technik bis zu 30 Prozent ihrer Energiekosten einsparen und nebenbei das Klima entlasten können, bilanzierte die DUH. "Die Ergebnisse unseres Wettbewerbs machen deutlich, dass Klimaschutz und Energieintelligenz in Deutschland immer noch eine Sache des politischen und persönlichen Engagements und der guten Organisation sind", kommentierte DUH-Bundesgeschäftsführer Jörg Dürr-Pucher.

In der zur "Bundeshauptstadt im Energiesparen" gekürten Stadt München sank der Energieverbrauch der kommunalen Liegenschaften durch geschicktes Management innerhalb von nur vier Jahren um zwölf Prozent. Die Stadt Viernheim, die beim DUH-Wettbewerb zu den Siegergemeinden unter den Mittelstädten zählt, konnte ihren Verbrauch im selben Zeitraum sogar um 31 Prozent senken. Auch die hessische Kleinstadt Wettenberg (12 500 Einwohner) gibt heute zwölf Prozent weniger für ihre Energie aus als vor dem Start ihrer Energiespar-Offensive.

"Bei unserem Wettbewerb zeigte sich, dass diejenigen Kommunen herausragende Plätze belegten, die dauerhaft oder über einen längeren Zeitraum einen Fachmann für Energiesparen angestellt oder beauftragt hatten", erläuterte Dürr-Pucher. Allerdings scheuten zahllose Kommunen mit viel versprechenden Einsparpotenzialen vor diesem Schritt zurück. Dürr-Pucher: "Das ist ebenso bedauerlich wie unverständlich, denn diese engagierten Praktiker erweisen sich für die Kämmerer sehr schnell als lukrativer als jede Politesse."

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