Verkauf an EnBW

Düsseldorfer Stadtwerke sollen weiter privatisiert werden

Der Gewerkschaft ver.di passt der Plan der Stadt Düsseldorf, mindestens die Hälfte ihres Aktienpakets an den Stadtwerken an die EnBW zu verkaufen, nicht. Sie befürchtet eine Gefährdung der Versorgungssicherheit. Der Stadt indes beschwert die Transaktion knapp 360 Millionen Euro.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Düsseldorf (ddp-nrw/sm) - Die Stadt Düsseldorf will sich nach Informationen der Gewerkschaft ver.di von weiteren Anteilen an den Stadtwerken trennen. Geplant sei der Verkauf von mindestens 25 Prozent an den baden-württembergischen Energiekonzern EnBW, sagte der Geschäftsführer von ver.di Düsseldorf, Gustav Wilden, der Nachrichtenagentur ddp. Bereits am 15. Dezember solle im Düsseldorfer Stadtrat der Verkauf besiegelt werden, der Oberbürgermeister Joachim Erwin (CDU) einen Erlös von rund 360 Millionen Euro bescheren werde.

Für den Fall einer weiteren Privatisierung der Energiewirtschaft befürchtet ver.di eine Gefährdung der Versorgungssicherheit der Bevölkerung. Der jüngste Versorgungsnotstand im Münsterland habe gezeigt, dass in der Stromversorgung ein breit gefächertes Eigentum unbedingt notwendig sei, betonte Wilden.

Zurzeit hält die Stadt Düsseldorf mit 50,1 Prozent noch die Mehrheit an den Stadtwerken. Erst 2001 war sie mit ihrem Vorhaben des Verkaufs zusätzlicher Anteile durch ein Bürgerbegehren gestoppt worden. Die Bevölkerung hatte sich damals klar für eine Beibehaltung der städtischen Mehrheitsbeteiligung ausgesprochen.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Stromtarife

    Brandbrief der Energiekonzerne an die Bundesregierung

    Die vier großen Energiekonzerne E.ON, RWE, Vattenfall und EnBW dringen offenbar in einem Brandbrief an Kanzleramtsminister Ronald Pofalla (CDU) auf eine zügige Wiederaufnahme der Monitoring-Gespräche zwischen Energiewirtschaft und Bundesregierung.

  • Energieversorung

    Energiekonzerne bewerten Bau neuer Kernkraftwerke unterschiedlich

    Während E.ON-Chef Wulf Bernotat den Bau neuer Atomkraftwerke ausschließt, sieht der Vorstandsvorsitzende von EnBW, Dr. Utz Claassen, darin eine weitreichende Perspektive. Man befinde sich mit einem derartigen Vorschlag im internationalen Vergleich in guter Gesellschaft, sagte Claassen.

  • Stromnetz Ausbau

    RWE und die morschen Strommasten: Zügige Aufklärung nötig

    Von besinnlicher Vorweihnachtszeit wird wohl bei RWE nicht viel zu spüren sein: Nach dem Schneechaos im Münsterland zu Beginn letzter Woche und der "Spiegel"-Veröffentlichung, steht der Energieversorger massiv unter Druck: Er soll von maroden Strommasten gewusst aber nicht ausreichend gehandelt haben.

  • Strom sparen

    Neues EnWG: Anreizregulierung startet schon 2006

    Nachdem sich die Regierungsfraktionen in der Nacht zum Donnerstag auf eine Novelle des EnWG geeinigt haben, gab es aus Politik und Energiewirtschaft verschiedene Reaktionen. Klar ist offensichtlich, dass der ursprüngliche Entwurf verschärft wurde, und dass die Anreizregulierung schon im kommenden Jahr starten soll.

  • Hochspannungsleitung

    Deutsche Essent steigt in Gas-Großhandel ein

    Die Deutsche Essent will künftig die Erfahrungen der niederländischen Konzernmutter nutzen und auch in Deutschland in den Gashandel einsteigen - das deutsche Gasgeschäft sei schließlich das interessanteste in Europa, hieß es. Man denkt bei Essent außerdem darüber nach, in Zukunft eigene Stromerzeugungskapazitäten im deutschen Markt zu schaffen.

Top