64 Euro pro Aktie

Düsseldorf: Call-Option für RWE-Aktien

Düsseldorf will seine Beteiligung am größten deutschen Energieversorger RWE verkaufen, und das möglichst gewinnbringend. Dazu liegt dem Stadtrat jetzt eine Beschlussvorlage vor, in der die Abgabe der knapp 5,7 Millionen Aktien üb er eine sogenannte Call-Option vorgesehen ist.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Düsseldorf (ddp/sm) - Die Stadt Düsseldorf will ihre RWE-Aktien gewinnbringend veräußern. Die nordrhein-westfälische Landeshauptstadt plane aber zunächst keinen direkten Verkauf, sondern eine Abgabe der rund 5,67 Millionen RWE-Aktien über eine so genannte Call-Option, heißt es in einer am Montag bekannt gewordenen Beschlussvorlage für den Stadtrat.

Der Wert des RWE-Aktienpakets der Stadt habe sich in jüngster Zeit zwar überdurchschnittlich positiv entwickelt. Aus heutiger Sicht erscheine es aber schwierig, das erreichte Kursniveau auf absehbare Zeit noch deutlich zu übertreffen, heißt es in der Vorlage. Daher solle die Stadtverwaltung ermächtigt werden, eine Option zu einem Preis von mindestens 64 Euro einzugehen. Der Käufer der Option erwerbe damit das befristete Recht, die Aktien zur vorher festgelegten Bedingung, also mindestens 64 Euro, zu erwerben.

Mit dem angestrebten Mindestpreis pro Aktie seien im besten Falle Einnahmen für die Stadt von 360 Millionen Euro möglich, hatte die "Rheinische Post" am Wochenende berichtet. Der geplante Abgabepreis liege um etwa elf Euro über dem derzeitigen Kursniveau. RWE wurden am Montagmittag an der Frankfurter Börse mit einem Minus von 0,3 Prozent zum Freitagsschlusskurs bei 53,12 Euro gehandelt.

Unterdessen setzte die WestLB ihre Anlageempfehlung für Aktien des Essener Energiekonzerns von "Neutral" auf "Outperform" herauf. Die Analysten erklärten zur Ratingänderung, die Stadt werde beim beabsichtigten Verkauf ihrer RWE-Anteile wahrscheinlich weniger Aktien veräußern als befürchtet. Auch sei zu erwarten, dass die Kommune die Anteile nur zu einem Preis über dem aktuellen Niveau verkaufe. Da die Aktie in den vergangenen Wochen etwa sechs Prozent verloren habe, sei das Abwärtsrisiko begrenzt. Zudem stütze die Erwartung steigender Strompreise den Titel.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Stromrechnung

    Talfahrt bei RWE und Eon: Gibt es noch Lichtblicke?

    Die beiden Stromriesen RWE und Eon stecken in der Klemme. Beim Umstieg auf erneuerbare Energien hinken beide Firmen hinterher. Werden das bald die Stromkunden mit steigenden Preisen ausbaden müssen?

  • RWE

    RWE rutscht weiter ab - Verbraucherpreise bleiben stabil

    Bei RWE sinken zwar die Gewinne, so schlecht wie dem Konkurrenten Eon geht es dem zweitgrößten Energiekonzern Deutschlands aber noch lange nicht. So musste RWE kein Abschreibungen auf seine Kraftwerke vornehmen. Außerdem profitiert das Unternehmen von dem Verkauf der Gasfördertochter Dea zu Beginn des Jahres.

  • Hochspannungsmasten

    Wirtschaft schlägt Alarm: Strom ist zu teuer

    Die Stimmung wird schlechter: Die energieintensive Wirtschaft verbündet sich gegen ihre Kollegen aus den Energieversorgungsunternehmen. Die Verharmlosungstaktik des VDEW, der von Überschätzung der Stromkosten sprach, wurde u.a. von der Wirtschaftsvereinigung Stahl als "Zahlenkosmetik" bezeichnet.

  • Strom sparen

    WestLB senkt RWE-Rating

    Weil die Stadt offenbar ihre Anteile am Energieriesen RWE verkaufen will und ihrem Beispiel andere ebenfalls an RWE beteiligten Kommunen folgen könnten, setzte die WestLB ihre Anlageempfehlung heute von "Outperform" auf "Neutral" runter. Das Kursziel wurde jedoch beibehalten.

  • Hochspannungsleitung

    Stadt Düsseldorf will angeblich RWE-Anteile verkaufen

    Einem Bericht des "Handelsblatt" zufolge, will die Stadt Düsseldorf ihre Anteile am Energieversorger RWE verkaufen. OB Joachim Erwin will am 1. September eine entsprechende Vorlage im Stadtrat einbringen. Grund ist der derzeitige Stand der RWE-Aktie, das Paket hat momentan einen Wert von etwa 860 Millionen Euro.

Top