Standpunkt

Dudenhöffer fordert Subventionen für Elektroautos

Deutschland verliert einer Studie zufolge den Anschluss an den weltweiten Zukunftsmarkt für Elektroautos. Der Grund dafür sei, dass die Branche nicht wie in anderen Ländern mit großer Autoindustrie gefördert werde und dass staatliche Kaufanreize für Verbraucher fehlten.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Duisburg/Essen (afp/red) - Das erklärte Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen am Dienstag. Steuere die Bundesregierung in den nächsten zwei bis drei Jahren nicht entgegen, werde Deutschland auf Dauer im Wettbewerb hinterherhinken.

Großes Potenzial für die deutsche Autoindustrie bestehe etwa in der Produktion von Lithium-Ionen-Akkus für Elektroautos, erklärte Dudenhöffer. Nur zwei Prozent der Batterieproduktion seien auf Deutschland konzentriert, während die deutschen Automarken aber für 20 Prozent der weltweiten Autofertigung stehen. Gelänge es Deutschland, künftig einen Anteil von 25 Prozent des Weltmarktes für Batterien zu erobern, könnten hierzulande 100.000 Arbeitsplätze entstehen und 32 Milliarden Euro Umsatz. Deutschland hätte das Potenzial, bei der Entwicklung von Hochleistungsbatterien für E-Autos "eine deutlich stärkere Stellung" einzunehmen, erklärte Dudenhöffer.

Jedoch fehlten in Deutschland "wesentliche Impulse zur Einführung von Elektrofahrzeugen", erklärte Experte Dudenhöffer. Auch deswegen sei das Ziel der Bundesregierung von einer Millionen Elektroautos auf Deutschlands Straßen im Jahr 2020 nicht zu erreichen. Modellrechnungen zufolge sei unter den bisherigen Rahmenbedingungen davon auszugehen, dass bis zu diesem Zeitpunkt höchstens 600.000 E-Mobile in Deutschland zugelassen seien. Andere Länder wie die USA, China oder Frankreich unterstützten ihre Industrie deutlich stärker. Auch fehlten hierzulande noch Elektrofahrzeuge-Konzepte für Großstädte, etwa dass E-Autos auch die für Busse reservierten Spuren nutzen dürften.

2020 könnten weltweit 6,2 Millionen Elektroautos verkauft werden, erklärte Dudenhöffer. Insgesamt berge die Elektromobilität für den Standort Deutschland "gewaltige Chancen", in der Industrie seien die Grundvoraussetzungen vorhanden, um wettbewerbsfähig zu arbeiten. Deutschland müsse diese Chancen nutzen, forderte der Autoexperte.

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