Schluss mit lustig!

DSA will gegen Wettbewerbsbehinderung weiter angehen

Der Hamburger Stromanbieter DSA Deutsche Strom AG hat die Faxen dicke und will jetzt massiv gegen Wettbewerbsbehinderungen wie überhöhte Netznutzungsentgelte vorgehen.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Die DSA Deutsche Strom AG wird künftig verstärkt gegen die Wettbewerbsbehinderungen auf dem deutschen Strommarkt vorgehen. Dies gab der Vorstand des Hamburger Newcomers, Jens Schack (34), anlässlich des zweijährigen Bestehens bekannt. Die Kernmaßnahme werde die ultimative Aufforderung an die Netzbetreiber zur Offenlegung der Durchleitungsentgelte sein. Schack kündigte an, dass auch mit Kürzungen der Netznutzungsentgelte gerechnet werden muss. Ein konkreter Maßnahmenplan werde derzeit ausgearbeitet.

Schack's Bilanz: Die Leistungsfähigkeit der vom Bundeskartellamt eingerichteten Beschlussabteilung reiche gegenwärtig nicht aus, um einen diskriminierungsfreien Netzzugang aller Stromanbieter kurzfristig zu gewährleisten. "Die Abteilung verfügt nicht über die Möglichkeit des Sofortvollzugs und muss sich auf Verschleppungstaktiken uneinsichtiger Netzbetreiber einstellen", bemängelte er weiter. Kritisch betrachtet der DSA Vorstand, der sich im Freien Energiedienstleister Verband (FEDV) engagiert und mit der Initiative Pro Wettbewerb kooperiert, auch die Task Force im Bundeswirtschaftsministerium. Diese soll bei Beschwerden der neuen Anbieter gegenüber Netzbetreibern schlichten und praktische Probleme beim Stromwechseln lösen. "Es ist grotesk, dass die Beschwerden von denjenigen in der Projektgruppe bearbeitet werden, die aus den Stromkonzernen und Stadtwerken entsandt wurden - das nenne ich Scheinneutralität", wurde Schack deutlich.

Weiterer Kritikpunkt: Zu hohe Netznutzungsentgelte in Deutschland. Werden vom Bruttoverkaufspreis je Kilowattstunde eines integrierten Stromversorgers (Netzbetreiber und Lieferant) die fixen Kosten (Stromsteuer, Umsatzsteuer, Konzessionsabgabe, Netznutzungsentgelt) subtrahiert, kommt man im Durchschnitt auf einen Netto-Strompreis, der bei einigen Anbietern weit unter dem durchschnittlichen Einkaufspreis liegt. "Eine Subventionierung des Vertriebs durch das Netz ist damit offensichtlich", zeigt Schack auf. Im Hinblick auf die liberalisierten Märkte in Europa könnten die deutschen Verbraucher nach Ansicht des DSA Vorstands etwa 30 Prozent weniger für die Nutzung der Netze zahlen. Bei einer Reduzierung der Durchleitungskosten würden die privaten Stromkunden somit mehrere Milliarden Mark einsparen.

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