Nachgefragt

Drohnen sind oft nicht ausreichend versichert

Bevor man seine Drohne aufsteigen lässt, sollte man sich vergewissern, ob diese versichert ist. Schäden durch die Fluggeräte sind nicht immer von der Privathaftpflicht abgedeckt. Verivox hat sich bei den Versicherern erkundigt.

Drohne© clautopdia / Fotolia.com

Heidelberg – Am Freitag soll der Bundesrat abschließend über eine Verordnung entscheiden, wo und wie Drohnen fliegen dürfen. Dass sie dabei oft nicht ausreichend versichert sind, darauf weist Verivox hin. Vor dem Start sollten Drohnenpiloten in ihre Privathaftpflicht schauen.

Umfrage: Nur neun von 14 Versicherern zahlen

Wenn Drohnen Schäden verursachen, haften die Piloten. Verivox hat bei 15 Versicherern angefragt, ob sie Drohnen in ihrer Privathaftpflicht absichern.

  • Neun decken den Flugspaß ab, solange Hobbypiloten die Drohne nur im privaten Bereich nutzen.
  • Fünf schließen den Schutz aus.
  • Eine hat nicht geantwortet.

Der Teufel steckt aber wie so oft im Detail.

  • Die Gewichtsgrenze beträgt meist fünf Kilogramm. Einige Tarife ziehen die Grenze aber auch schon bei 200 Gramm.
  • Teilweise schließen Versicherer Drohnen nur in den Premiumtarifen ein.
  • Gewerblich genutzte Drohnen sind von der Privathaftpflicht generell nicht erfasst.

Drohnenpiloten finden genügend passende Tarife

Drohnen gehören zu den unbemannten Fluggeräten, für die eine gesetzliche Versicherungspflicht besteht. Hobbyflieger sollten daher prüfen, ob ihre derzeitige Police etwaige Schäden absichert und sich das im Zweifel von ihrer Versicherung bestätigen lassen.

"Wer sich eine handelsübliche Drohne kauft, findet genügend passende und günstige Privathaftpflichttarife", sagt Wolfgang Schütz, Geschäftsführer der Verivox Versicherungsvergleich GmbH. "Wenn der eigene Versicherer keinen Schutz bietet, lohnt sich ein Wechsel."

Alternativ können Besitzer auch eine separate Versicherung für Drohnen abschließen. Diese Tarife sind teurer, dafür können die Leistungen aufgestockt werden – zum Beispiel für Schäden an der Drohne oder für gewerblich genutzte Flieger.

Neue Regeln für Drohnenpiloten kommen

Modelle ab 0,25 Kilogramm sollen zukünftig mit Anschrift und Namen des Besitzers gekennzeichnet sein. Das sieht die Verordnung vor, die nun beim Bundesrat liegt. Wiegt die Drohne mehr als zwei Kilogramm, ist ein Kenntnisnachweis ("Drohnenführerschein") nötig. Erst wenn sie mehr als fünf Kilogramm wiegt, besteht eine Erlaubnispflicht. Außerdem wird das Überfliegen von fremden Wohngrundstücken grundsätzlich verboten, wenn das Modell Fotos und Videos aufzeichnen kann. Zudem müssen Freizeitpiloten stets Sichtkontakt zur Drohne halten.

Drohnen aus dem Spielzeugladen und selbst hochpreisige Quadrocopter um 1.000 Euro wiegen oft keine zwei Kilogramm. Ein "Drohnenführerschein" ist für viele Hobbypiloten also nicht notwendig, geschweige denn eine Erlaubnispflicht zum Aufsteigen.

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